Blogwerbung – Grundsatz

Blogs und Werbung
Werbung – ein Geben und Nehmen!
Bildquelle: Pixabay.com / geralt

So, da bin also auch ich mit diesem meinem kleinen Blog in den Interessensbereich der Unternehmen bzw. deren Marketing Abteilung geraten 🙂 Das hätte ich nicht gedacht und es fühlt sich komisch an, mal auf der anderen Seite zu stehen. 

Ich nutze aber die Gelegenheit, Ihnen, liebe Marketing Manager, ein kurzes Statement meiner Auffassung bezüglich Kooperationen mitzuteilen – und zwar sowohl aus der Blogger als auch aus der Marketing Sicht

Nur ehrliche (!) Werbung in Blogs

Zunächst mal: Ich lehne nicht grundsätzlich Werbung in Blogs ab. Aber (es kommt immer ein aber) ich finde, das gewisse Kriterien erfüllt sein müssen. Was für mich stimmen muss, lesen Sie hier.

Aus Blogger Sicht:

Ich würde nur ehrliche Teste veröffentlichen! Worte, die mir in den Mund gelegt werden, finde ich grauenvoll. Warum sollte mir jemand vorschreiben, was ich sagen soll? Nur damit ich ein paar Euro, ein kleines Geschenk oder einen Gutschein bekomme? 
Wenn ich etwas der Öffentlichkeit kund tue, dann stehe ich damit auch mit meinem Namen (das kann ja jeder einsehen). Die Unwahrheit oder etwas mit dem ich gar nichts anfangen kann, werde ich demnach nicht veröffentlichen. 
Abgesehen davon, nutzen Unternehmen meine private Zeit…

Aus Marketing Sicht:

Was bringt es mir, wenn Heerscharen von Bloggern über meinen Online Shop berichten und sich 1000 Wörter über meine Herrlichkeit verlieren, aber die nächsten Kunden das gar nicht bestätigen können? Nicht nur, dass ich selbst in einem schlechten Licht dastehe, nein, auch der Blogger wird mächtig Kritik ernten. Denn aus Endkunden Sicht ist aufgrund seiner Empfehlung das negative (Kauf-)Erlebnis zustande gekommen. 

Was Unternehmen erwartet

Daher empfehle ich jedem Unternehmen, das mit Bloggern arbeiten möchte, sich über die Ehrlichkeit und das mögliche Feedback im Vorfeld klar zu werden. Oft wird irgend ein Praktikant an den Mail-Server gesetzt und gesagt: „Schreib mal passende Blogs an, die sollen mal über uns berichten“. Das, meine Damen und Herren, geht all zu oft nach hinten los! 

Stellen Sie sich IM VORFELD folgende Fragen:

  1. Kann ich auch mit negativem Feedback umgehen? (wichtigste Frage)
  2. Wie kommuniziere ich mit Bloggern? Wie möchte auch ich als Unternehmer behandelt werden? (Stichwort in den Wald rufen und so…)
  3. Was möchte ich dem Blogger bieten? Ein Produkt oder einen Mehrwert? (Hinweis dazu gibt es unten)
  4. Habe ich die Zeit mich um die Blogger zu kümmern?

Beantworten Sie diese Fragen ehrlich, werden Sie auch später ehrliche Antworten erhalten. Einfach so 🙂 Sie werden sehen, es ist fast wie Zauberei.

Und was ist mit mir?

Die folgenden Schritte sind nur grob dargestellt, aber ich zeige Ihnen wie ich Blogger anschreibe und mit ihnen arbeite:

  1. Ich informiere mich über mögliche Blogs
  2. Die Relevanz jedes einzelnen wird überprüft
  3. Die Kennzahlen des Blogs werden mittels Software überprüft: Rankings, Links, Social Signals etc.
  4. Ich lese VORHER ob im Blog ein Hinweis zu Werbung steht
  5. Die Entscheidung zwischen ich möchte ihm Geld oder einen Gutschein oder ein Produkt anbieten, wird getroffen (IMMER!)
  6. Ich formuliere ein wirklich höfliches Anschreiben mit der Anfrage, ob Interesse besteht und lege direkt bei, welche konkrete Form einer Zusammenarbeit ich mir vorstelle (das spart Zeit)
  7. Selbst wenn der Blogger etwas kurzangebunden antwortet und die Kommunikation mehrere Tage dauert: Ich vergesse NIE, dass dieser das ja meist als Hobby betreiben. Niemand möchte sich im Hobby stressen lassen
  8. Ich führe Listen mit meinen Anfragen, frage nach, helfe bei Schwierigkeiten und verbreite selbst den dann entstandenen Beitrag über meine Kanäle und Netzwerkseiten
  9. Ich danke offiziell für die Werbung
  10. Entsteht negatives Feedback (ob durch den Beitrag oder durch Kommentare) lasse ich das nicht einfach so stehen – schweigen ist im Bereich der Kommunikation der immer denkbar schlechteste Weg. Irgendeine Lösung wird sich finden, immer.

So… jetzt raten Sie mal, wie ich angesprochen werden möchte? 😀

Ein letzter Hinweis zum Geld

Liebe Unternehmen, es mag sein, dass das Gerücht umgeht, Blogger würden alles machen, wenn man ihnen nur Aufmerksamkeit schenkt. Wie gesagt, es handelt sich um ein Gerücht…

Was ich aber sagen will: Seien Sie sich im klaren darüber, dass alles, was Sie als Unternehmen von anderen Menschen fordern möchten, auch etwas „kosten“ wird. Selbst wenn Sie Text und Bildmaterial stellen. Denn (ich erwähne es noch einmal) der Blogger steht dafür mit seinem Namen, ob es sich um einen gesponserter Beitrag handelt (ein Hinweis darauf ist Pflicht) oder seine eigenen Worte sind. Dazu kommt, dass es dennoch mit einem (wenn auch kleinen) Aufwand verbunden ist, Ihr Anliegen zu verarbeiten: Die Kommunikation im Vorfeld, das Einstellen der Beiträge und die Verbreitung des Beitrags.
Würden Sie das umsonst tun?

Ab jetzt dann viel Glück bei Ihrer Blogger-Kommunikation!

P.S.: Ich denke, das Thema ist noch nicht durch, ein weiterer Beitrag wird folgen 🙂