Blogger sind politisch

Edit: Nach dem Wahlausgang der Landtagswahl 2017 in NRW, wo Parteien 7% bekommen, andere nicht mal 5% und ein so großer Wechsel ansteht, ist Politik wichtiger denn je. Darum heute mein Artikel, obwohl das Thema schon durch ist. Denn:

Erst wollte ich gar keinen Beitrag mehr zu diesem Thema verfassen, aber irgendwie lies es mich nicht los. Mein Kopf war voller Gedanken dazu und die mussten unbedingt irgendwohin. Da wurde doch glatt von so einer Zeitung berichtet, wir 2000 Mütter-Blogger wären die „Töchter der frauenbewegten Babyboomerinnen“ und verwirklichen uns lediglich „in der Rolle der kreativen Hausfrau“. Damit werden wir in die Ecke der kochenden und bastelnden Mütter-Rolle verschoben und damit als nichtssagende Bloggerinnen abgewertet. Man vermisse das Politische und Wirtschaftliche in unseren Beiträgen und selbst für Bullerbü wirkten wir zu unecht. Väter und ihre Blogs, im Übrigen, werden keiner Silbe gewürdigt. Nun denn…
Der Artikel steht auf fr.de und ich werde ihn aus Protest schon nicht verlinken. Aber ich habe dazu eines zu sagen:

(ELTERN) BLOGGER SIND VERDAMMT NOCH MAL POLITISCH!

Ich habe mich jetzt für 2 Listen an Gründen entschieden, warum Blogger politisch sind, denn dann bleibt der Beitrag schön kurz und knackig, oder? 🙂 Warum sind Blogs also relevant für Politik und Wirschaft und wie hilft es, meiner Familie mit Politik umzugehen?

8 Gründe, warum Blogs eine politische und wirtschaftliche Relevanz haben

  1. Schon allein weil unter dem Hashtag und Titel #DubistDemokratie nun sehr viele Blogger einen Artikel darüber schreiben, warum ihnen Demokratie wichtig ist und warum unsere Kinder das verstehen sollten. DAS allein zeigt, wie gut vernetzt wir sind und wie wichtig uns unser eigenes Land ist!
  2. Die Themenvielfallt unter den Blogs ist manigfaltig. Und genauso wie Rezepte ihren Platz haben, so haben Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Familienorganisation, Krankheitstage für Kinder, Arbeitslosigkeit, Erkrankungen aller Art und viele weitere familiäre Themen ihren Raum. Man muss nur mal lesen und genau hinsehen und sich nicht von schönen Bildchen beeindrucken lassen.
  3. Warum das politisch oder wirtschaftlich sein soll? Weil wir nun mal alle TEIL der Gesellschaft, wir die nächste Generation heranwachsen lassen und zeitgleich oft noch arbeiten und Geld verdienen (oder es versuchen wollen) und damit ein unabdingbarer Teil der Wirtschaft sind. Was sage ich: Wir sind die Wirtschaft. Wenn alle Blogger nicht mehr arbeiten würden oder etwas kaufen würden… uiuiuhi! 
  4. Gerade weil wir so verschieden und doch so zahlreich sind, ist es uns möglich, Themen aus den unterschiedlichsten Blickrichtungen zu betrachten. Mehr Brainstorming geht nicht!
  5. Selbst die Politik hat dies verstanden und zumindest das Familienministerium hat Kontakt zu Bloggern aufgenommen, weil hier eben engagierte Menschen sitzen, die Meinung haben und sie auch vertreten! Es gibt Blogger Treffen mit Politikern, die hören wollen, was gesagt wird. 
  6. Ich kenne nur Blogger, die über Themen wie Vereinbarkeit diskutieren, Lösungsvorschläge entwickeln und Lebensmodelle vorschlagen. Ich könnte allein aus dem Stehgreif 10 Blognamen aufsagen, die für dieses Thema einstehen. Sie jammern nicht nur, sie haben auch Ideen – es ist gut, dass diese jetzt gehört werden.
  7. Blogger leben so zu sagen von der Idee, sich zu vernetzen! Eine solche Reichweite hat nicht mal diese Zeitung, die uns abstempeln möchte…Es gibt mittlerweile 4 große Konferenzen von Blogger für Blogger. Und das Konzept weitet sich aus, so dass sogar ganze Familienkonferenzen statt finden. 
  8. Wir leben vor, wie es sein könnte, wenn Menschen mit unterschiedlichen Meinungen kontrovers aber oft friedlich über ein und das selbe Thema schreiben: Familie. Wir sind ein ökonomisches Vorbild für viele Unternehmen. 
  9. Und wir arbeiten sogar wie Unternehmen und bauen Projekte auf! Ganze Unternehmen entstehen aus diesen Blogs (kleine Beispiele sind der Minimenschlein Shop oder der Ersatzkekse Shop)
  10. Und wir klären auf! Mehr denn je gibt es so viele Blogger, die über Missstände, Tabuthemen oder einfache Tricks aufklären. Wir helfen Menschen, wenn sie nicht wissen
    – was beim Arbeitsamt auf sie zu kommt
    – welche Meinungen es zum Thema Impfen gibt und warum es wichtig für die Gesellschaft ist
    – warum Alleinerziehende benachteiligt sind
    – wie Vereinbarkeit funktionieren könnte
    – wie die Krankentage-Regelung mit Kind funktioniert
    – wie sie sich politisch engagieren können – siehe die Aktion #dubistdemokratie
    – warum das Tabuthema „Eltern und Depressionen“ so wichtig für die Wirtschaft ist
    – uvm.

3 Wege, wie ich über das Bloggen meine Familie mit Politik zusammenbringe

  1. Mein Sohn kennt das Internet. Er sieht, was ich hier tue und ich frage ihn regelmäßig nach seiner Meinung und frage, was ich über ihn schreiben darf und was nicht. Ich lebe es vor, denn DAS ist Demokratie!
  2. Auch war er schon mit auf Bloggerkonferenzen. Er sieht: Wir tauschen uns aus, sprechen friedlich über Themen, finden Gleichgesinnte und diskutieren auch mal. DAS ist Demokratie!
  3. Wenn mir etwas wichtig ist (wie das Blogger für Flüchtlinge-Thema oder meine Beiträge über Alleinerziehende), dann trete ich dafür ein. Ich erkläre ihm, warum ich vielleicht hier und da noch auf Kommentare antworten muss und warum ich über dieses und jenes gerade nachdenke und schreibe. Ich engagiere mich (in meinem Rahmen) und erkläre gleichzeitig warum und wofür und warum andere etwas anderes denken – auch DAS ist Demokratie!

 

In einigen Jahren wird mein Sohn selbst wählen dürfen. Er muss dann entscheiden, welche Partei er gut findet, wofür er einstehen möchte und ob ihm seine Zeit zu wichtig ist, als dass er anderen helfen möchte. Ich denke, er sieht, dass ich und viele andere Blogger ihre Zeit eben nicht nur hinter dem Herd verbringen: Ein anfassbarer Beruf für Kinder so zu sagen. 

So und jetzt erzähle mir mal noch jemand, warum wir nicht unpolitisch sind?

 

Weitere Beiträge zu dem Thema bzw. dem Artikel findet ihr hier:

Rike auf auf infemme.com direkt als Antwort auf den Artikel eine ganze Linksammlung an guten Beispielen für politische Blogs angefertigt. 

Frida ist so sarkastisch, dass ich gar nichts zitieren kann, ohne dass es aus dem Kontext gerissen, komisch klingt, lest selbst.

„Die Art, wie ich mit meiner Familie hier und heute in Deutschland lebe, ist Ausdruck der Politik in diesem Land. Gesetze und ihre Auswirkungen sind unser aller Alltag. Politik greift in unser Familienleben ein, ob wir es wollen, oder nicht.“ Frische Brise

„Kinder brauchen sichere Bindung. Und unsere Gesellschaft braucht sicher gebundene Kinder, die eben nicht wie in der Vergangenheit ihre Kränkungen und Störungen in die Welt hinaus tragen und eine Gesellschaft bilden, die sich kriegerisch zerstört.“ Geborgen Wachsen

„Elternblogs sind per se politisch ! Selbst wenn die Einzelnen sich dessen vielleicht gar nicht bewußt sind. Der Spruch „Das Private ist politisch“ stammt zwar aus einer anderen Zeit und anderem Kontext, aber das macht ihn ja nicht falsch.“ Familienleicht.de

„Sie schreiben über die Probleme in der Elternzeit, wenn beispielsweise das Elterngeld nicht reicht oder der Antrag Monate braucht um überhaupt durchzugehen. Sie schreiben über die katastrophale Situation unter der Geburt, über die Probleme und Hürden der Ein-Eltern-Familien, gewalttätigen Beziehungen. Über Regenbogenfamilien. Feminismus. Nachhaltigkeit. Bildung. Rechtsfragen.“ Lottes Motterleben

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Genau so. Und weil das so ist, habe ich das mal auf FB geteilt !!!


    1. // Antworten

      Danke schön! 🙂 Leidiges Thema, aber ich hatte es so sehr im Kopf. Es ist so wichtig. 🙂

Hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar :) Danke