Das Kind ist krank? Aus Sicht einer Alleinerziehenden

Medikamentenschrank bei Allerlei-Themen
Schnell gesund werden – um jeden Preis!

Heute Morgen bekam ich eine liebe Twitter-Nachricht, ob ich denn nicht etwas zu dem Beitrag von PapaPelz alias Steffen Pelz schreiben könnte. Aus der Sicht einer Alleinerziehenden. Worum es geht? Um ein Thema, das mir akut seit Tagen, ja Jahren auf der Seele brennt: Die Krankheitstage mit Kindern – und was einzelne Arbeitstage für Arbeitnehmer bedeutet. Stichpunkt Vereinbarkeit.
UND OB ICH DAS ALSO KANN!

Hintergrund Information zu dem Beweggrund dieser Replik

Auf dem Blog PapaPelz gibt es jetzt also einen sehr objektiven Beitrag (den Link gibt es unten) über das Problem „Fehlen auf der Arbeit, weil das Kind krank ist und die finanziellen Einbußen dadurch“. Wie das kam? Steffens Lütte war krank geworden und – zu Recht – stellt der Papa nun sehr sachlich dar (Respekt! so sachlich zu bleiben), wie es ihm und seiner Frau als Eltern schwer gemacht wird, kranke Kinder in den (finanziellen) Arbeitsalltag zu integrieren und welche Überlegungen man anstellen muss: Wer nimmt die Krankentage in Kauf, wer die finanziellen Einbußen?

Das Kind ist krank, was ist zu tun?

Finanzielle Einbußen? Ja, das ist in Deutschland so. Steffen beschreibt es ausführlicher aber in Kurzform: Wer ein krankes Kind hat, meldet sich mit entsprechender AU krank und bekommt sofort eine Lohnkürzung. Zwar kann man über die Krankenkasse sich „Kinderkrankengeld“ (so heißt das) erstatten lassen, aber unter normalen Umständen NIEMALS 100%. Ferner sind die Krankentage für zwei Kinder auf 25 Tage (als Paar pro Elternteil) und 50 Tage (Alleinerziehende) begrenzt. Weitere Kinder dürfen nicht so oft krank sein (drittes Kind nur 5 Tage). Man darf diese Tage übrigens nicht gleichzeitig beantragen…

Wie schon erwähnt, Steffen erklärt es sehr genau, wie es da abläuft.

P.S.: Steffen, mühsam ist es bei meiner Krankenkasse übrigens nicht: ich schicke die AU hin, sie prüfen es, aber innerhalb von 2 Wochen habe ich Geld auf dem Konto. 

ABER (es gibt immer ein aber), das heißt nicht, dass es gut ist, das Verfahren!

Was sage ich als ehemalige Selbständige und jetzige Alleinerziehende dazu?

Als Selbständige – dazu muss ich kurz ausholen:
Als ich mit dem Lausbubenpapa noch zusammen war, arbeiteten wir auch zusammen. Gesetzlich war er mein Chef (in unserer gemeinsamen Firma). Schon damals war ein Streitgrund, dass der damals 2 Jährige häufig krank war und ich zu hause bleiben musste. Als er kleiner war, konnte ich ihn einfach mit ins Büro nehmen, ab 2 Jahren läuft das nicht so gut. Gerade in dem Alter ist aber eine großelterliche Fremdbetreuung bei kleineren Krankheiten auch nur gerade so machbar. Kurzum, schon damals brachte uns das Problem „mein Kind ist krank“ enorme Schwierigkeiten:

  1. Fehlende Arbeitskraft im Büro, die gerade kleine Unternehmen bzw. Selbständige echt schwer auffangen können
  2. Mehr Arbeit für die Steuerberaterin: Neue Abrechnungen, Schreibkram mit den Krankenkassen
  3. Herum Rechnerei, wer denn nun wie viel weniger an Gehalt ausgezahlt bekommt, damit alles noch klappt
  4. Benachteiligung der Frau, weil sie dann doch zu hause bleibt, weniger Geld bekommt und dafür noch Vorwürfe von diversen Seiten erhält
  5. Stresspegel steigt, weil man nach den wahrlich nicht erholsamen Tagen die Arbeit auch noch doppelt nachholen muss, was gesundheitlich für die Eltern gefährlich ist
  6. Rekrutierung von Großeltern als Betreuung und der Grad zwischen „Kind will zu Mama“ und „es ist zu fit für zu hause und zu krank für Kita“, was oft zu Stress innerhalb der Familie führt

Ihr seht, nicht nur als Arbeitnehmer hat man durch solche „Tage“ ein Problem. Wie soll man als Arbeitgeber bitte den Verdienstausfall auffangen? Die meines Erachtens veraltete Regel, dass man dann auch weniger Kosten durch Lohnminderung hat, ist affig. Zum einen hat man einfach mehr Arbeit mit der Bürokratie, was unter dem Strich wohl auch etwas kostet und zum anderen ist es ja so, dass die Arbeit wieder nachgeholt werden muss. Gerade in meinem jetzigen Job erledigt niemand meine Arbeit. Ich hole sie also verspätet nach. Ärgerlich für den Arbeitgeber bzw. dessen eventuelle Kunden. 

Ich war nach der Trennung 1,5 Jahre Selbständig. Ich habe es aufgegeben! Home Office mit krankem Kind ist nämlich etwas, was gar nicht geht! Kinder brauchen zu sehr Betreuung, wie soll ich da arbeiten? Mein damals 3-4 Jähriger hätte mich so an den Rand der Belastbarkeit finanziell und psychisch (der Druck wächst mit jedem Tag) gebracht. Das wollte ich nicht, dass ich ihn dann so sehe!

Als arbeitnehmende Alleinerziehende

Aber gut, als loyale Arbeitnehmerin mache ich das natürlich anders sondern arbeite meine fehlende Arbeit in Überstunde nach. ACH NEIN!
Das kann ich ja gar nicht, denn meine Arbeitszeiten sind dank Kita-Öffnungen so eng getacktet, dass Überstunden nicht machbar sind. Shit happens, wird die Arbeit also nicht gemacht…

Das genannte Problem mit der „wer holt die Arbeit nach“ ist natürlich als Alleinerziehende verstärkt, denn ich habe keinen Partner, der einspringen kann. Als Absicherung habe ich schon vor der Trennung mir alle Krankheitstage des Exmannes auf mich übertragen lassen. Das geht. Hat den Vorteil, dass ich nur die Einbußen hatte und ich weniger Stress mit der Bürokratie hatte, als wir die 20 Tage überschritten.
Sollte man übrigens immer dann machen, wenn man NICHT verheiratet ist (sich entscheiden, wer die Tage bekommt), so dass die Krankenkasse sofort sieht, dass man alleinerziehend ist. Erspart viel Rennerei. 

Mir stehen also 20 Tage mit Kinderkrankengeld zu. Jeden Arbeitgeber ist dies wohl bei der Einstellung bewusst: Oh je, die ist selbst durchschnittlich 9 Tage krank, plus Urlaub, plus 20 Tage krankes Kind… Lieber nicht! Ich muss also enorm dankbar sein, einen Job zu haben. Ein elender Kreislauf, wenn wer das Gefühl hat, nicht krank werden zu dürfen und dann selber krank ist oder kranke Kinder hat, der handelt nicht vernünftig (siehe letzten Abschnitt). 

Dieser Krankenkassen Dienst endet übrigens mit dem 12. Lebensjahr des Kindes und gilt auch nur, so lange niemand anderes im Haushalt die Betreuung übernehmen kann. Das heißt, ich muss auf der AU auch jedes mal bescheinigen lassen, dass mein Kind meine Betreuung auch wirklich, ehrlich und dringend braucht! Na gut, wer soll es sonst machen? 
Was das aber für mich in 7 Jahren heißen wird, das weiß ich jetzt noch nicht… Babysitter, selber krank schreiben oder Urlaub nehmen, wenn der 12 Jährige nicht allein bleiben könnte. 

Übrigens, die Variante, dass ich mich selbst krank schreiben lasse, habe ich noch nicht zum Einsatz gebracht, falls das jemand glauben sollte. Aber ich kenne genug Eltern / Alleinerziehende, die dies machen, um finanziell nicht auf die Nase zu fallen.

Krank arbeiten? Viele Eltern kommen nicht auf die Idee, zu hause zu bleiben
Krank arbeiten? Viele Eltern kommen nicht auf die Idee, zu hause zu bleiben

Und eine eigene Krankschreibung hat oft noch weitere Gründe:
Wenn ich selbst krank geschrieben bin, kann das Kind viel schneller wieder in die Kita… NEIN! Das ist keine Empfehlung, sondern eine Beobachtung aus meinem Umfeld. 

Außerdem bleiben dann die Kommentare wie „na? war es schön zu hause mit Kind und Du, so gesund auf der Couch?“ erspart. Noch mal an alle: Krankheiten von Kindern sind KEIN URLAUB FÜR ELTERN! Kinder, die Krank sind, bereiten uns Sorgen, lassen uns nicht schlafen, verursachen eventuell Berge an Wäsche, lassen uns von Arzt zu Arzt fahren… Oftmals sind Eltern am Limit nachdem ihre Kinder krank waren. Auf Twitter gerade mehrfach zu lesen!

Ich meine aber, ich bekomme doch „90 Prozent meines ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts […] Höchstkrankengeld darf dabei jedoch nicht überschritten werden. Dieses beträgt aktuell 96,25 Euro pro Tag. Voraussetzung ist immer, dass Ihr Arbeitsentgelt beitragspflichtig ist.“ WUHU! Wer will da klagen?

Die Krankenkasse werben sogar damit, dass ich doch finanziell total damit abgesichert bin! Yeah! Nicht. Die fehlenden 10% des Einkommens sind manchmal genau das, was man am Ende des Monats zum Leben braucht.
Und wenn man so blöd ist wie ich und die AUs aus mehr als einem Monat (im Winter beispielsweise) gesammelt an die Krankenkasse sendet, bekommt natürlich den Lohn aus allen eingereichten Monaten in einem Monat abgezogen. Das können richtig hohe Summen werden. Ob man da nun sein Kinderkrankengeld bekommt (wie erwähnt für Arbeit die ich nacharbeiten müsste und es nicht kann, was zu weiteren Stress führt) oder nicht, ist erstmal weniger tröstlich.

Und dann ist nicht nur das Kind krank

Apropos Partner und einspringen: Aktuell war ich es übrigens, die krank war. Fast 1,5 Wochen, dann habe ich mich gesund schreiben lassen. Denn einem Chef zu verkünden, dass man nun nach dem eigenen Jahresurlaub und den Kinderkrankentagen auch noch selbst 14 Tage zu hause bleiben muss… Wessen Psyche möchte das denn ertragen?

Wer es geahnt hat: Natürlich schnupft der Lausbub seit Tagen rum und natürlich überlege ich schon, ob eine Unterbringung bei den Großeltern im Notfall möglich wäre… Never Ending Story im Winter.

Wer denkt an die Kinder und die Menschen?

Und jetzt mal im Ernst: Wer denkt denn da an die Kinder? Oder an die eigene Gesundheit? Wie ich das meine? Habt ihr mal gedacht, was das alles für Auswirkungen auf die Menschen hat?

  • Mehr Medikamente, damit die Kinder schneller fit sind
  • Mehr Fremdbetreuung, weil ich gar nicht so oft zu hause sein kann, wie ein Kleinkind es bräuchte
  • Genervte Kollegen / Kunden, weil die Arbeit liegen bleibt und die Eltern nach den Krankheitstagen oftmals am Limit ihrer Kräfte sind (Krankheit ist kein Urlaub)
  • KEINE Eltern, die sich um mich kümmern, wenn ich krank bin – solche Gedanken schaden kleinen Kindern
  • Gestresste Eltern, weil die Arbeitgeber genervt sind UND weil es weniger Geld gibt
  • Eltern, die krank arbeiten gehen, weil sie Angst vor dem Jobverlust haben
  • Streitende Eltern über finanzielle Einbußen, Karriere-Nachteile und Sätze wie „steh du Nachts auf, ich muss arbeiten“

 

So, ganz ehrlich, ich wollte so Sachlich wie möglich noch meine oftmals persönlichen Aspekte aufzeigen, wenn hier nur ein EINZELNER Sohn krank ist -aus der Sicht einer Selbständigen und einer Alleinerziehenden.
Was passieren würde, wenn es noch mehr Kinder wären? Keine Ahnung! 

Eine Lösung für unser Problem und unser System habe ich nicht. DENN: Immerhin bekommen wir Geld, wenn wir krank sind! Das ist ein Luxus, wenn auch kein ausgereifter Top-Artikel!

 

Hier geht es jedenfalls zu dem ebenso guten Artikel von Steffen.

Und noch ein Beitrag von Mutterseelensonnig aus der Sicht einer Alleinerziehenden!

12 Kommentare






  1. // Antworten

    Hallo Kristina,
    das ist ja superklasse, dass Sie trotz Selbstmitleids ganz tapfer arbeiten gehen, obwohl Sie krank sind. Trägt leider gar nichts zum Thema bei. Übertragen auf den Artikel würde das heißen, dass die Eltern zu ihrem Kind sagen: „Reiß dich zusammen, du bist zwar krank, aber ich muss arbeiten, also ab in die Kita!“
    Was das „Bedenken“ angeht: Natürlich bedenkt man die reduzierte Attraktivität für AG (insbesondere als Frau) bevor man ein Kind bekommt. Erstens wird sich aber jede Person die sich Kinder wünscht trotzdem für Kinder entscheiden, auch wenn die (administrativen) Bedingungen nicht perfekt sind, da das Kind in dem Fall wahrscheinlich ein noch existentiellerer Wunsch ist, als die geradlinige Karriere. Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sich nicht über alle Details vorher informiert, oder dass man sie, selbst wenn mans tut, aus o.g. Grund trotzdem in Kauf nimmt.
    „Na, dann“ mögen Sie jetzt vielleicht denken „sollen die sich eben auch nicht beschweren, die wollten es ja so.“ Falsch. Das Individuum dafür verantwortlich zu machen, dass das System scheiße ist, zeugt allenfalls von mangelndem Weitblick und ggfs. von geringer Empathiefähigkeit. Das System, um das es hier geht stammt wohl noch aus einer Zeit, in der es selbstverständlich war, dass das Weibchen im Ernstfall zu Hause bleibt, denn schließlich war ihr Job ja auch eher ein drolliger Zeitvertreib, als eine ernstzunehmende Karriere. Denn es gab ja auch mal Zeiten, in denen es vom „der Versorger“ erwartet wurde, seiner ganzen Familie ein gutes Leben zu ermöglichen und er auch noch genug verdient hat, um das zu können. Von der Entwicklung weg von diese Rollenverteilung, hin zu einer Arbeitswelt, in der die Tochter das Geschäft der Eltern übernehmen konnte und nicht nur ihr Bruder oder ihr Mann haben Sie ja offensichtlich und glücklicherweise auch profitiert. Warum also hier Ihre neoliberale selbst-schuld-Mentalität?


  2. // Antworten

    Liebe Petra,
    hast Du es geschrieben und ich hab es überlesen? : nicht zu vergessen die Eltern, die ihr noch nicht wieder gesundes Kind in die KiTa schicken und andere anstecken. Sei es aus finanziellen Gründen oder angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, weil man ständig abwesend ist.

    Und @Kristina: ich glaube nicht, dass man sich unbedingt immer im Vorfeld vor dem Kinder bekommen Gedanken macht, WIE VERDAMMT OFT ein Kind krank ist/sein kann.

    Ich will es jetzt nicht zu laut schreien und hatte bisher echt noch Glück, seitdem ich wieder arbeite und seit knapp einem halben Jahr danach alleinerziehend mit zwei Mädels bin(auch mit Mann wäre ICH selbstverständlich diejenige gewesen, die mit krankem Kind zu Hause bleibt. Mein Job ist ja nur Pillepalle…). Dafür war gerade die Große meinem Gefühl nach sehr oft krank vorher(und leider sehr oft Magen-Darm…bäh…).
    Seitdem ich wieder arbeite, war ich mit beiden Kindern aber erst insgesamt fünf Tage dieses Jahr zu Hause. Ich muss dazu sagen, ich habe immer „langes Wochenende“von Freitag bis Sonntag, weil ich meine Stunden auf die anderen Tage verteile. Und die Große ist oft donnerstags krank geworden…

    LG Silke


  3. // Antworten

    Vielleicht fehlt mir die Einsicht in die Problematik mangels Kindern. Ich bin weiblich, 38, verheiratet, Vollzeit selbständig und habe mich gegen Kinder und für das Geschäft meiner Eltern entschieden – mit allen Vorteilen und Nachteilen.

    Aber: das oben genannte bedenkt man doch alles bevor man Kinder kriegt‽ Auch ich muss krank arbeiten gehen, weil ich einfach nicht wohin weiß mit der Arbeit und den Kunden Terminen wenn ich einen Tag nicht arbeite. Bei Magen-Darm am Dienstag und Mittwoch tat ich mir da selbst ausgiebig leid – meiner Ärztin auch, die sich wünschte, ich würde im Bett bleiben – hilft aber nichts, ich musste trotzdem ran. Noch nicht mal ein bisschen langsamer ging, weil der komplette Tag voller Termine war. Is halt so. Brechen Termine weg – brechen Einnahmen weg – bleiben verärgerte Kunden weg – wackelt die Existenz irgendwann.


  4. // Antworten

    Liebe Petra! Der Artikel ist sehr aussagekräftig, für mich als nicht Alleinerziehende interessant, die andere Seite zu sehen. Da hast du es wirklich nicht leicht. Und wie es mit einem 12 jährigen kranken Kind laufen soll? Keine Ahnung!
    Eine kleine Anmerkung:
    Es gibt für das erste Kind pro Elternteil 10 Kinderkrankentage, fürs zweite Kind ebenfalls 10, für MEHR als zwei Kinder insgesamt nicht mehr als 25 Kinderkrankentage pro Elternteil, (bei dir klingt es nicht so eindeutig).
    Alles Gute!
    Mia Maria m


  5. // Antworten

    Werde ich genauso teilen wie den Text von Steffen. Denn es ist wichtig, dass das mal zur Sprache kommt. In allen hässlichen, anstrengenden, und total elternfeindlichen Details.

    Liebe Grüße!


  6. // Antworten

    P.S. Ich finde, man müsste schnell und unbürokratisch eine Haushaltshilfe bekommen, wenn die Kinder krank sind. Normalerweise kriegt man die – wenn man Glück hat – nur, wenn die Eltern krank sind. Darüber hatte mutterseelesonnig auch schonmal geschrieben.


  7. // Antworten

    Liebe Petra,

    danke für die Ausführungen. Als alleinerziehende Freiberuflerin/Selbständige kriege ich gar nichts. Bei uns wohnt zum Glück die Oma nebenan. Aber die kann ich auch nicht immer belasten. Letztes Jahr bin ich wegen einer Hüft-OP länger ausgefallen. Ich habe zwar vom Bett aus gearbeitet (mache ich fast immer; außer ich bin superkrank oder bewusstlos ;-)). Die von vielen Krankenkassen immer so beworbene Haushaltshilfe war aber erst schriftlich genehmigt, als ich wieder gesund war (nach 3 Monaten!). Abgesehen davon hätte ich auch keine gefunden, die das macht, was hier zu tun ist (Kinder fahren UND den Haushalt machen). Das ganze lief dann nur über Oma (69) und eine Hilfe, die wir unter der Hand bezahlt haben. Eine Haushaltshilfe, die man sich selbst sucht, muss man nämlich dann auch eigentlich anmelden und versichern. Da viele, die in Frage kämen, schon einen 400 EUR-Job haben, geht es genaugenommen so gut wie gar nicht legal. Bei mir hat sich damals der Eindruck erhärtet, dass es der Krankenkasse nicht darum geht, dass ich schnell wieder gesund werde, sondern eher, mir das Gesunden so schwer wie möglich zu machen. Das gilt offensichtlich auch für die Regelung für Kinder. Bürokratie-Behinderung galore.


  8. // Antworten

    Liebe Petra,

    danke für deine Ausführungen!
    Als Alleinerziehende ist die fehlende Alternative einer besseren Hälfte, die (im Fall des höheren Einkommens auch unter größeren finanziellen Einbußen) einspringen könnte, ein ziemlicher Stressfaktor, scheint mir: Du hast keine Wahl. Du MUSST funktionieren. Auch unter finanziellen Einbußen.

    Kranke Kinder dürfen weder ein Grund zur finanziellen Schlechterstellung, noch ein Grund zur Kündigung sein.

Hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar :) Danke