Die Frage nach der realen Zukunft

Es ist spät am Abend. Meine Gedanken sind aber gerade sehr aktiv und brauchen ein Ventil. Wie gut, dass ich jetzt die Chance habe, es mir von der Seele zu schreiben, wie Wasser, dass sich seinen Weg sucht. Ich denke viel nach über das was ich bin, war und sein möchte. Über Ideale. Wer einen kurzen Einblick dazu haben möchte, der sei herzlich willkommen.

Es ist doch so, dass wir in Beziehungen leben: Mit der Familie, den Freunden, den Kollegen und natürlich auch mit dem Partner. Und jede dieser Beziehung ist nur das, was der Betrachtende daraus macht. Ja natürlich ist sie auch das, was der andere darin sieht, denn allein hat man keine Beziehung, nur mit einem Gegenüber. Aber ohne unsere eigene Vorstellung bzw. Meinung von unserem Gegenüber und dem Wunsch nach dem Sein der Situation, ist die Beziehung nur eine leere Hülle. Wir füllen diese leere Hülle mit unserem Mitbringseln – Erziehung, soziales Umfeld, vergangene und aktuelle Beziehungen – und mit den Wünschen, die daraus resultieren und wir daher jeden Tag aufs Neue mitbringen.

Wie kann es also sein, dass so etwas Komplexes, dass ich ja selbst beim Korrekturlesen nur noch schwer verstehe, überhaupt funktionieren kann? Mein Leben ist bestimmt davon, ein Ideal in all meinen Beziehungen zu erreichen, welches sich in meinem Kopf festgesetzt hat wie eine Zecke. Auf dem Weg zu den angeblich perfekten Beziehungen habe ich mich selbst belogen, bin Kompromisse eingegangen und musste schmerzlich erfahren, dass auch dann die Realität immer noch nicht glücklich macht.

Wo kommt dieses Ideal her, welches mir über die Beziehungen auch letzten Endes meine Lebensart bestimmt (unser Leben wird meiner Meinung nach ja über unsere Beziehungen bestimmt)? Ist mir das anerzogen worden? Sicherlich nicht, denn mein Background ist das weltoffenste, was man sich nur vorstellen kann. Erwarte(te)n das Freunde? Ja, vielleicht. Denn mein Ideal gleicht dem ihren doch in mancher gesellschaftlichen Sichtweise sehr.

Was aber, wenn ich dieses Ideal gar nicht mehr haben möchte, wenn ich meine Realität ganz anders gestalten will? Woher nehme ich die Kraft dazu, das Jetzt zu ändern und die Zukunft ohne meinen Selbstbetrug aufzubauen? Und woher weiß ich, was ich möchte, wie meine Realität aussieht und ich sie am Ende nur wieder irgendeinem Ideal angeglichen habe?

Das sind Fragen, die ich mir, teilweise nicht so komplex, aber doch in ihrem Sinn, stelle. Für den einen oder anderen Leser mag das nun zu philosophisch, privat oder einfach nur verrückt sein. Sie mögen es mir verzeihen, denn ich bin ein Mensch, der diese Fragen einfach mal in den offenen Raum schicken möchte. Am Ende meines Lebens möchte ich nämlich gerne zufrieden zurückblicken. Vielleicht hat das Universum ja eine Antwort parat, wie ich das anstellen soll?

 

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