Die liebe Schwiegermutter und die Popo-Haue (Gastbeitrag)

Heute stelle ich meinen Blog einer wunderbaren Bloggerin zur Verfügung, die ich vor allem für ihre besonnene Art schätze (DAS IST ein KOMPLIMENT 🙂 )! Warum sie bei mir Asyl sucht, obwohl sie sich sonst gar nicht verstecken muss?
Nun, es geht um ein heikles Thema: Schwiegereltern!
Dazu gibt es aktuell eine Blogparade und unzählige Blogger hätten dazu etwas zu sagen, aber oft liest die unerwünschte Person ja mit… Ehestreit für einen Blogtext? Nein danke! Und so wurde auf Twitter die Idee geboren, dass wir unsere Beiträge nicht im eigenen Blog veröffentlichen 🙂 Dieser Beitrag ist also nicht von mir, meiner Text geistert in den anderen Teilen des Internets.
Genießt , freut euch, dass es euch nicht allein so geht und (!) schreibt meiner Autorin eine Antwort; sie braucht dringend Inspiration!

 

„Bei Anne von Top-Elternblogs räumen die Schwiegereltern unaufgefordert die Bude auf und Wohnungsgegenstände werden durch eigene ersetzt. Geht´s noch?

Um sich nicht allzu alleine im Konflikt mit den lieben Schwiegereltern zu fühlen, hat sie zur Blogparade aufgerufen. Und Anne, ich muss sagen: Ja, auch meine Schwiegereltern nerven manchmal. Das tun aber auch meine eigenen Eltern. Im Prinzip glaube ich, dass jeder Mensch ein gewisses Nerv-Potenzial hat. Der eine mehr, der andere weniger. Genauso die Schwiegereltern oder in meinem Fall die Schwiegermutter.

Um es vorweg zu nehmen: Ich mag meine Schwiegermutter eigentlich. In unser Leben mischt sie sich nicht ein und auch mit unerwünschten Ratschlägen hält sie sich sehr zurück. Ich bin wirklich sehr sehr dankbar, dass sie unser erstes Kind so häufig bei sich hatte, damit ich arbeiten konnte. Bei Krankheit oder sonstigen Erledigungen ist auf sie Verlass. Sie springt ein, spielt, kümmert sich, bekocht und geht ohne müde zu werden stundenlang spazieren.

Doch wenn man sein Kind und damit auch die Verantwortung ein Stück abtritt, muss man auch so einiges in Kauf nehmen. Nämlich, dass es bei der Oma andere Regeln gibt. Oder vielmehr gesagt, gar keine Regeln. Da gibt’s den Schokopudding kurz vorm Abendbrot, da wird noch ein Käsebrot geschmiert, wenn das bestellte Wurstbrot nicht mundet und da darf das Kind den Mittagsschlaf bis 17 Uhr machen. Überhaupt ist das Kind der Bestimmer. Auch unermüdliche Einwände meinerseits haben da leider nicht viel dran ändern können. Ihr Haus, ihre Regeln. Klar, dass das Team Oma-Kind ein Herz und eine Seele waren.
Nichts ging über Oma.

Doch dieses Verhalten hat zu etwas anderem geführt: Respektlosigkeit. Kind1 hat null Respekt vor der Oma. Wird das vom Kind Geforderte nicht umgesetzt, bewegen wir uns auf dem Level „Ätzigkeit kennt keine Grenzen“. Anfangs fand Oma das ja noch witzig. Flogen Gegenstände in ihre Richtung, wurde sie gehauen oder beschimpft: lachte sie. „Hahaha, wie lustig trotzig der Dreijährige sein kann. Wie drollig wütend der ist.“ Auch hier fruchteten meine Worte nicht. Ich ermahnte Kind1, erklärte, schimpfte, verbot oder forderte zum Besuchsende auf, während sie rumkicherte.
Falls ich dabei war.

Nun ist Kind1 etwas älter, größer, kräftiger, stärker geworden. Weitab von drollig und witzig. Und zudem in einer Hochphase der Ätzigkeit. Und plötzlich findet Oma das Verhalten einfach nur noch unmöglich. Tritte und sonstige Ausbrüche tun weh. Da helfen nur Geduld und einige Tricks, um die Wutwogen zu glätten.
Doch Oma ist überfordert. Welch Überraschung!

Respekt muss man sich eben verdienen. Das gilt auch bei Kindern! Aber was macht sie? Als Kind1 mal wieder austickte, während ich es abholte, bekommt es von Oma einen Klaps auf die Hand – vor meinen Augen. Ich ging dazwischen, sprach ein Züchtigungsverbot aus und kochte innerlich. Ich weiß, die Schwiegermutter würde meine Kinder nie schlagen und der Klaps war eine Art „Übersprungsverhalten“ in der wirklich anstrengenden Situation. Ich war sauer, aber nicht nachtragend.
Der Mann führte ein Gespräch.

Es dauerte ein paar Tage, bis sie sich bei uns und Kind1 entschuldigte. Und doch folgten ein paar Wochen Besuchspause, damit sich das Verhältnis etwas entspannt. Auf allen Seiten. Seit Anfang des Jahres geht das große Kind nun nicht mehr allein zur Oma. Die Oma war auch lange nicht gefragt, erst seit kurzem mag sich das Kind wieder mit ihr verabreden. Kind1 ist allgemein ruhiger und vernünftiger geworden – trotzdem gibt es eben auch mal schlechte-Laune-Tage. Und an so einem Tag waren wir bei einem Familiengeburtstag. Kind1 machte etwas, was Oma nicht wollte und schon donnerte sie durch den Raum ein „dir gehört Mal ordentlich eins auf den Po gehauen“. Ich war auf 180, riss mich aber vor allen Verwandten zusammen und entgegnete, dass hier niemand gehauen wird.

Was soll das? Klapse, Schläge und sonst was werden an mangelndem Respekt bestimmt nichts ausrichten – genauso wenig eine Androhung, die nicht umgesetzt wird. Das Kind hat permanent von Oma gelernt, dass es KEINE Grenzen gibt. Jetzt will sie Respekt? Dann muss sie ihre Grenzen einfordern, aber ganz bestimmt nicht mit der Androhung von Popo-Haue!

Ich hasse Streit in der Familie, aber das Verhalten der Oma geht gar nicht. Aber meint ihr, ich kann ihr das knallhart sagen? Nee – denn ich stehe in ihrer verdammten Schuld. Und zum anderen finde ich, dass der Mann – als ihr Kind – das diplomatisch regeln sollte. Ich fühle mich irgendwie total zerrissen. Ich möchte das sonst gute Verhältnis nicht kaputt machen, aber auch Kind1 schützen und verhindern, dass es mit Kind2 genauso wird.

Ich weiß – hier muss klar kommuniziert werden. Aber wie stellt man das bitte schön an?

Was meint ihr dazu? Wie würdet ihr handeln?“

 

Danke für das Vertrauen, dass ich hier Deinen Text veröffentlichen darf!
Bitte schreibt doch eure Ratschläge in die Kommentare! Ich denke, der ein oder andere Ansatz lässt sich sicherlich finden.

1 Kommentar


  1. // Antworten

    Das kommt mir bekannt vor!: Meine Schwiegereltern haben meinen Kindern auch nie Grenzen gesetzt – mit einem ähnlichen Resultat wie bei deinem Kind1. Null Respekt. Wenn es dann mal zu heftigeren „Trotzreaktionen“ kommt, wird die Schuld beim Kind gesucht. Es sei halt sehr temperamentvoll…

    Mein Sohn hatte stets ein besonders inniges Verhältnis zu seinem Opa (mein Schwiegervater), den er quasi nur als älteren Spielkameraden betrachtete. Bei Opa durfte er alles, Opa spielte stundenlang mit ihm – bis Opa keine Lust mehr hatte. Statt aber einfach „Nein“ zu sagen und/oder anderweitig Grenzen zu setzen, pflanzte er das Kind lieber vor den Fernseher oder wahlweise den PC. Manchmal versetzte er meine Sohn sogar gänzlich, war also zu Verabredungen gar nicht zu Hause. Opa hatte irgendwann einfach keinen Bock mehr auf die Enkel, wollte das aber nie zugeben. Schließlich hätte er es sich so mit den lieben Kleinen verscherzen können. Mit körperlicher Züchtigung hat er zum Glück nie gedroht. Das ist dann wieder ein anderes Thema.

    So oder so bringen uns unsere Schwiegereltern aber auf die Palme. Wie wir reagieren sollen? -Ich habe keine Ahnung! Bei mir ist es kommunikationstechnisch voll daneben gegangen. Die Wahrheit über die eigenen Empfindungen auszusprechen, empfinden meine Schwiegereltern wie einen Schlag ins Gesicht. Auch als ich mal meinen Mann gebeten habe, gewisse Dinge anzusprechen (und mein Mann ist wirklich zurückhaltend), haben sie uns das sehr, sehr übel genommen.

    Oh Gott, ich schreibe hier Romane, ohne auf den Punkt zu kommen – sorry!

    Also, ich an deiner Stelle würde den Ärger runterschlucken und nicht weiter zur Sprache bringen. Die Kinder regeln das schon von allein: Sie haben ihrerseits irgendwann einfach keine Lust mehr auf die Großeltern. Zumindest war es bei meinem Sohn so: Seine Liebe zum Opa ist arg erkaltet.

    LG Anne

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