Es geht nicht allein.

Keine Sorge, mir geht es gut. In den heutigen Tagen.
Viele Leser wissen, dass ich mich aber selbst lange nicht so wohl fühlte, wie ich es gern gehabt hätte. Das hat sich irgendwann geändert und ich würde mich heute weder als depressiv noch negativ bezeichnen. Wie das klappt?
Es gibt dafür kein Patent Rezept und es gibt keine Lösung, die ich euch verraten kann, wenn ihr denkt, dass eure negativen Gedanken häufiger auftauchen als normal. Bei mir machte es einfach klick. Und dann ist das Leben plötzlich wieder so bunt, wie man es, wie ich es in Erinnerung hatte.

Doch eigentlich ist mein Thema heute ein anderen. Nämlich Prävention!
Wie komme ich als Mutter, Vater, Elternteil, Alleinerziehend oder Single gar nicht erst in diese Situationen, die eventuell Depressionen auslösen (alle körperlichen Ursachen mal ausgeschlossen)? Wie schafft man es, dass man gar nicht erst in Stress gerät und Gedanken wie „ich kann nicht mehr“ auftauchen?
Ich möchte euch heute einen sehr, sehr, sehr wichtigen Ansatz ans Herz legen, den ich mir seit geraumer Zeit auf die Fahne geschrieben habe und den ich meinen Freunden gerade ganz oft nahelege! Die einfachsten Antwort auf die Frage, wie vermeide ich Burn-Out, Depressionen und negative Gedanken, ist allerdings zugleich die, die wir am liebsten NIEMALS hören wollen – warum ich diesen Post überhaupt mal schreibe, so banal das alles klingt. Was ich euch sagen will:

 „Du musst Dir Auszeiten schaffen“, „Such Dir Inseln“, „Such Dir Hilfe“

Keine Panik, ich weiß, wie lächerlich sich das anhört. Damals, als ich diese Sätze hörte, da waren für mich die… ich weiß gar nicht. Ich wusste, dass jeder dieser Sätze wahr ist, aber ich kam nicht dazu, das auch umzusetzen. Ich war zu schlapp, zu sehr gefangen in meinem Hamsterrad. Außerdem wollte ich keine Hilfe. Ich war der Meinung, ich müsste alles allein schaffen. Das machen andere doch auch, oder nicht? Warum sollte es gerade ich nicht schaffen? Hilfe ist was für Looser. 

Doch die wirkliche Wahrheit ist: Ihr müsst diese Ratschläge berücksichtigen! Ehe es zu spät ist. Wenn ihr erstmal im Hamsterrad gefangen seid, dann ist es zu spät. Vorher, vor dem Hamsterrad, da haben wir eine Chance abzubiegen, nicht in das Rad zu steigen. Und das geht nur, wenn ihr nicht alleine seid! Denn niemand schafft es allein, ehrlich!

Netzwerk - der Mensch kann nicht alleine leben
Netzwerk – der Mensch kann nicht alleine leben

Allein(-erziehend) ist einfach nicht artgerecht!

Wie komme ich dazu, zu behaupten, niemand schaffe es allein?

Vor drei Wochen habe ich auf dem Podcast von Alexandra Widmer (Stark und Alleinerziehend) ein Interview mit Nicola Schmidt von Artgerecht-Projekt gehört. Nicola ist fest der Überzeugung, dass Menschen nicht dafür gemacht sind, allein zu sein! Keiner von uns würde in der Wildnis überleben, schon gar nicht Mütter mit Kind. 
Könntet ihr euch das vorstellen: Mit dem Kind auf dem Rücken durch den Wald, Beeren sammeln und sich gleichzeitig gegen wilde Tiere verteidigen?! Das kann gar nicht gut gehen! Menschen sind nicht dafür gemacht.

Und Nicole hat Recht: Allein geht es nicht!

Was ist dann die Alternative?
Clans bilden! Sucht euch Gleichgesinnte, helft euch gegenseitig und schafft euch so die Freiräume, die jeder braucht.
Fragt die Nachbarin, ob sie vom Einkaufen etwas mitbringen kann, weil ihr mit Baby nicht noch mal los wollt.
Fragt die Freundin, ob sie nicht eben eure Wohnung saugen kann, weil ihr schon Tagelang krank im Bett liegt.
Bildet Fahrgemeinschaften für die Schule / Kita.
Gründet WhatsApp Gruppen für die nachmittägliche Kinderbetreuung.
Fragt nach Haushaltshilfen, sucht AuPairs…
Vergesst die Idee, dass ihr alles allein machen müsst und werft Vorurteile gegenüber anderen Müttern über Board – sucht euch die Guten raus und los gehts!

Als ich das erst mal gehört hatte, war ich sehr beeindruckt. Und dann begegneten mir immer häufiger Geschichten von Personen (ist ja klar, das, was einen interessiert, findet sich immer häufiger), die genau dieses Mantra leben bzw. gelebt haben. Sie sind die besten Beispiele.

  • Da ist Bea von Tollabox, die mit anderen Studenten eine Gemeinschaft bildete, um studieren zu können
  • Karin Burger beispielsweise, die ganz klar sagt „such dir Schwestern!“
  • Nicole, die Nachbarn mit Essen und Kuchen versorgt, um bei Notfällen auf offene Ohren zu stoßen

Das sind nur die Beispiele, die mich besonders beeindruckt haben. Und sie sind meine Vorbilder!
Ihr seid immer noch nicht überzeugt? Dann fragt mal bei Blogger an oder sucht mal in den Blogs nach Au-Pairs, Tagesmüttern und Haushaltshilfen. Ich wette mit euch, dass genau die Eltern von denen ihr es nie erwarten würdet, sich Hilfe gesucht haben. Mit Recht! Weil auch sie es nicht alleine schaffen. Das könnt ihr euch nicht leisten? Quatsch! Hilfe ist nicht immer „unbezahlbar“. Wer sich mit Gleichgesinnten zusammenschließt, der zahlt dafür nur den Preis der Freundschaft. Wetten?

Also, wenn ihr das nächste Mal wisst, dass ihr eine besonders stressige Zeit vor euch habt, fragt nach Hilfe. Und im Gegenzug, wenn ihr gerade Luft habt, bietet Hilfe an. Ihr werdet sehen, das klappt!

Menschen können nicht alleine leben.
Eure P.

4 Kommentare





  1. //

    Da gebe ich dir sehr recht, denn wie heißt es in einem netten Buch (ich glaube „About a boy“), niemand ist eine Insel und wer Hilfe sucht ist auch ganz gewiss kein Loser. Sondern eher schlau und vernünftig, denn nur so lassen sich manche Stresszeiten überstehen. Hier bei uns stand z.B. gerade ein Umzug an, mit Kind ist das schon eine Herausfoderung und ohne die Hilfe von Oma, Freunden und Co. wäre das sicher auch nicht so reibungslos verlaufen.
    Liebe Grüße

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