Ich bin allein. gern.

Ja zugegeben. Ich lebe nicht wirklich allein, 95% der Zeit ist hier ja noch ein vierjähriger Zweibeiner und 100% der Zeit immerhin 3 Vierbeiner. Äh, alles klar, oder? 🙂 Naja, defacto lebe ich irgendwie schon wieder (irre wie die Zeit vergeht) fast 1,5 Jahre so, mit Katzen und mit Kind, was alle 14 Tage beim Papa weilt. Vor dem Ex bewohnte ich tatsächlich meine damalige Wohnung auch nicht sooo wirklich lang allein und auch davor war ich irgendwie nie Herr meiner eigenen 4 Wände… Oder doch? Zählen 3 Jahre Wochenendbeziehung? 

Jedenfalls, jetzt bin ich ab und an mal ganz allein, finde das mördermäßig prima und was ich da mache? Alles! Meistens. 

Tatsächlich, wenn ich alleine bin, genieße ich das. Ich bin nämlich gern allein, muss man wissen. Für diese Erkenntnis musste ich ein wenig älter werden, aber ich habe sie jetzt endlich erlangt. Ich mag Zeit allein, mag Zeit mit mir. In unserer heutigen Zeit ist das überhaupt nicht mehr in Mode! Im Gegenteil, wir vernetzen uns bis ins Detail (ich mit dem Job jedenfalls), treffen und verabreden uns ständig und Freunde und Familie sind irgendwie ja auch wichtig, ohne geht es schließlich auch nicht. Hat man aber mal einen freien Samstag Abend gerät man in Panik. So berichten mir Freundinnen ohne Kinder jedenfalls des öfteren. 
Diese Vorstellung gruselt mich. Ich möchte nicht ständig jemanden hier haben. Das habe ich in den Beziehungen zwar geglaubt, Gott sei Dank entwickelt man sich aber weiter. 

Heute mache ich mir jeden Moment, den ich alleine bin, bewusst. Vielleicht, weil man es mit Kind eben so selten ist? Aber sobald ich weiß, ich bin gleich eine Zeit allein, sage ich mir das auch gezielt und versuche mich auf mich zu konzentrieren, ob beim Autofahren, beim Einkaufen oder wenn ich Nachmittags noch etwas Zeit habe. Dann gehe ich nämlich mit mir ganz gern alleine essen. Ich brauche das! Wie die Luft zum atmen! 
Es ist wie ein Ziel, was mich durchhalten lässt, wenn morgens der Lausbub nicht so will wie er müsste, wenn die Tage länger sind als ich aushalten kann: „BALD BIST DU ALLEIN“ ist ein gutes Mantra. Es gibt schlechtere…

Alleine sein beschränke ich also nicht grundsätzlich auf meine Wohnung. Aber wenn ich alle 14 Tage ganze 48 Stunden alleine habe, dann ist das natürlich noch mal das Tüpfelchen auf dem i. 
Dann versuche ich meine to-do Liste noch besser als sonst zwischen Wichtigen Dingen und Nice-Things zu balancieren. Was ich dann tue, habe ich hier mal ganz ehrlich und ungeschönt aufgelistet:

  • ich bin schlecht im Haushalt. Darum bleibt mir nichts anderes übrig als auch an meinen Alleine-Tagen den kompletten  etwas Haushalt zu wuppen. Manchmal, wenn es nicht gerade Boden-Putzen ist, macht es ja auch Spaß, weil ich dann meist auch etwas verändere: Fenster umdekorieren beim Putzen, Wäsche umsortieren beim Waschen und so weiter (das ist so mein Selbstbetrug, sonst würde ich nieeee etwas im Haushalt tun, also pssst!).
  • wirklich wichtig ist mir in der Zeit etwas Kreatives wie Aquarelle, Strickzeug oder sonst so was zu gestalten. Das versuche ich immer! Und das auch, wenn ich nur mal ein paar Stunden meine 4 Wände für mich habe.
  • bloggen fällt gleichfalls unter diese Kategorie.
  • und weil ich meist ausschlafen kann, was ich kurioserweise kaum tue, bin ich manchmal wach genug, um mehr als 1/2 Seite zu lesen ohne einzuschlafen. Da ich unter der Woche es auf höchstens einen Artikel in der Flow schaffe, genieße ich es, total oft ein Buch zur Hand nehmen zu können.
  • Grundsätzlich selten, aber es kommt vor, versacke ich einen Nachmittag vor dem TV! Einfach gar nichts denken und nur in Decke gekuschelt Chips mampfen… herrlich!
  • lustig finde ich, dass ich gar nicht so der laute Typ bin. Was ich nämlich nicht mache, ist laut Musik hören. Ich höre gern Musik und finde das auch gut, aber die meiste Zeit wird man die mehr so im Hintergrund bei mir finden. Kommt ein anderes Geräusch hinzu, muss die Musik aus. So ist das! Ich bin so OHRENBETÄUBEND froh, wenn ich alleine bin und STILLE mich umgibt.  
  • mein Herz hüpft aber vor Freude, wenn es nicht fremdbestimmt wird. Bedauerlicherweise braucht es auch immer eine gewisse Zeit, um das zu begreifen. Wenn ich also gerade dabei bin, mein alleinsein zu fühlen, ist es schon wieder vorbei …

Seit ich wieder Angestellte bin, kann ich Reiten übrigens nicht mehr unter der Woche am Morgen einplanen. Das heißt, hier geht schon mal ein Samstag-Vormittag flöten 🙂 Die Zeit will also irgendwie noch besser genutzt werden!

Irgendwie ist der Artikel gar nicht so unendlich spannend, wie ich mir man sich das vorstellt, oder? Ich bin nach 1,5 Jahren Alleinerziehend da ziemlich eingeschliffen, eben gern allein aber spannend finde ich das nicht mehr. Ich mache keine verrückte Sachen und plane nur selten lustige Unternehmungen. Ich genieße nur meine Zeit! Meist geht die Zeit aus dem oben genannten Grund eh viel zu schnell vorbei und dann ist da wieder ein Knirps, der ununterbrochen redet, sobald seine Augen offen sind. 

Mich stimmt der Artikel gerade nachdenklich. Eigentlich war ich bisher immer total happy mit meiner Allein-Zeit. Gerade fühlt es sich unbefriedigend an, wenn ich das so zusammenfasse, unspektakulär und total nichts-tuend.
Bescheuert, oder? Das fällt sicher in die gleiche Kategorie wie das „Samstag-Abend“-Syndrom und ich sollte einfach zu frieden sein, wenn eben nichts ansteht! Ich werde darüber noch mal nachdenken, am nächsten Samstag, da habe ich nämlich Kinderfrei  für ganze 48 Stunden 🙂

Was andere so machen, wenn sie alleine sind, könnt ihr hier bei Alu lesen

1 Kommentar


  1. //

    Hach ja, das sprichst Du mir aus der Seele, das geht mir genauso. Ich habe viele Jahre im Studium allein gewohnt und es meist sehr genossen. Und jetzt ist die Allein-Zeit noch wertvoller, weil so selten. Ehrlich gesagt, wünsche ich mir auch manchmal, dass die Kinder mal ein Wochenende beim Papa sind und ich 48h frei habe;). Das kam in 4 1/2 Jahren noch nie vor… Dafür hast Du natürlich sonst alles allein zu schultern, das stelle ich mir mega anstrengend vor. Dafür Hut ab!
    Liebe Grüße!

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