Ich habe aufgehört

„Du läufst immer weg, wenn es schwierig wird.“

Ja, sie hat Recht, die Freundin. Ich höre auf, wenn es schwierig wird. Ich bin niemand, der etwas auf Teufel komm raus durchzieht. Ist das eine schlechte Eigenschaft? Ich habe darüber nach gedacht. Nein! Es ist kein Aufgeben, kein Weglaufen. Es ist mein Eigenschutz, den ich schützen sollte, wie mein eigenes Kind.
Denn: Ich kann das nicht, ich kann nicht aushalten! Dafür bin ich nicht gemacht. Ich bunkere Emotionen wie ein Hamster, ich denke die gleichen Gedanken ca. 100times, ich mache mir Listen, to dos und damit eine ganze menge Stress. Um diesen Stress zu entgehen und zu entspannen mache ich andere Dinge. Dinge, die ich dann wieder neu einplanen muss in diese Gedanken, in die to dos…

Ein Kreislauf. Ein ziemlich mieser.

Und dann habe ich einfach aufgehört.

Zu erst mit dem Reiten. Ich habe es einfach nicht mehr gewollt, dass ich mich Samstags für 1 Stunde Entspannung so verbiegen muss. Aber das ist eigentlich nebensächlich, denn dann habe ich aufgehört zu bloggen. Einfach so. Weil andere den Mut zu diesem Schritt hatten und ich an deren Beispiel gesehen habe, dass Bloggen so viel Stress für mich bedeutet. Stress, den ich irgendwie kompensieren muss. Oder gar nicht erst erzeuge.
Ich habe mich für letzteres entschieden; und aufgehört.

Und jetzt? Jetzt habe ich Zeit! Ich sitze abends auf dem Sofa und denke nicht mehr daran, was ich alles noch schreiben muss, wem ich noch eine Mail senden muss und wie ich das ganze in meinen Alltag integrieren kann. Ich habe versucht besser zu werden, den Blog besser zu machen, so dass ich davon leben kann. Entweder bin ich aber nicht gut genug oder habe nicht Zeit genug. Aber ich habe eingesehen, dass ich diese Doppelbelastung von Erwerbstätigkeit und Blog nicht aufrecht erhalten kann. Es tut mir in der Seele weh! So viele Beiträge in meinem Kopf. So viel, was ich sagen will.
Und doch ich kann die Zeit, bis uns der Blog tragen könnte, nicht aushalten. Also laufe ich davon. Mal wieder. Aus Schutz.

Manchmal ist es Zeit, dass man sich besinnt, dass man einen Schritt nach den anderen geht. Danke Sarah, dass du mir das gezeigt hast, dass ich nicht alle Schritte auf einmal gehen kann. Jetzt ist da so viel mehr Zeit und so viel mehr Energie und ich werde nicht wieder den Fehler begehen und die Energie direkt wieder verbrauchen.

In meiner kleinen Familie ist gerade so viel emotionaler Stress, ich werde gebraucht. Zu hause. Nicht hier.

 

Passt auf euch auf.
Ich habe euch alle sehr lieb.
Aber fürs erste: Lebt wohl!

4 Kommentare


  1. // Antworten

    Genau das ist der Grund, warum man von mir momentan nichts liest.
    Ich verstehe dich sehr gut.
    Richtig so!
    Wir quatschen bald, versprochen ❤


  2. // Antworten

    Liebe Petra,

    ich finde überhaupt gar nicht, dass das ein Davonlaufen ist. Davonlaufen wäre, nicht der Realität Deiner Überlastung ins Gesicht zu sehen. Davonlaufen wäre, diesen ehrlichen Text da oben gar nicht zu schreiben und den Blog still vor sich hin sterben zu lassen. Dieser Schritt, offen für Dich selbst einzustehen und Dir nicht mehr zu viel abzufordern, ist sehr, sehr mutig. Ich wünsche Dir schöne Abende auf dem Sofa und viel Kraft für die Dinge, die für Dich gerade wichtig sind.

    Herzliche Grüße
    Rona


  3. // Antworten

    Du Liebe, auch ich kann es verstehen und wünsche mir, in Kontakt zu bleiben. Pass gut auf Dich, pass gut auf Euch auf. ❤


  4. // Antworten

    Mein Herz, ich weiß so genau, wie es dir geht! Du machst das richtig. Richtig gut!
    Ich glaube Julia Schönborn hat es in ihrem Interview gesagt; „Aus einem leeren Krug kann man nichts ausschenken“ und wenn das Bloggen dir Stress macht und Energie raubt, dann ist es nicht das richtige.
    Du wirst nicht nur gebraucht, sondern auch geschätzt und geliebt! Fühl dich umarmt!

Hinterlassen Sie mir doch einen Kommentar :) Danke