Von Sender und Empfänger – Kommunikationsmodell am Kind

4 Ohren Modell

Kennen Sie eigentlich das Modell vom Sender und Empfänger? Nein, ich meine nicht elektrisches, sondern das Modell, welches man immer lernen muss, sobald der Beruf etwas mit Kommunikation zu tun hat. Dabei geht es darum, dass Jemand spricht und noch ein Jemand zuhört. Oft kommt dabei nicht das gleiche raus. Kennen Sie? Hier meine Gedanken dazu.

Es ist so, dass ich schon in der Jugend Kommunikation spannend fand. Wie vermittel ich was womit und wann. Dann im Studium gab es sogar entsprechende Seminare (Auch wenn man das bei Germanistik nicht vermutet, aber es gibt ja auch angewandte Germanistik, nicht wahr?). Wir lernten, dass es ein Vier-Seiten-Modell oder Vier-Ohren-Modell (hier der Wiki-Link) gibt, mit dem man die Kommunikation einzelner Menschen ganz gut beschreiben kann. Denn niemals senden wir unsere Gedanken so einwandfrei, dass unser Gegenüber es genauso und nicht anders versteht. Immer schwingen Ebenen mit wie die Selbstaussage (was schwingt von mir mit), der Sachaspekt (worüber erzähle ich), der Appell (was will ich vom Gegenüber) und der Beziehungsaspekt (wie stehe ich zu meinem Gegenüber). 

Wo braucht man dieses Kommunikations-Modell mit Kindern?

Ganz schön viele Ebenen, oder? Natürlich wird dieses Modell stetig diskutiert, erweitert und verfeinert. Wer genau wissen will, wie da der Stand der Dinge ist, kann bei Wiki wirklich gut nachlesen – aber für mich ist einfach wichtig, dass ich davon weiß. Denn ich brauche es im Job, wenn ich Marketing betreiben möchte (Texte, Grafiken, Botschaften  bauen darauf auf).

UND weil ich das oft vergesse, wenn ich mit dem Lausbuben im Alltag spreche. Ja, das mag sich jetzt sehr theoretisch anhören, aber ich habe schon mehrfach erwähnt, dass der Lausbub sehr empathisch ist. Das bedeutet, dass er sich sehr an meinen Stimmungen orientiert. Und es bedeutet, dass immer dann wenn ich eine Ebene vergesse oder eine besonders in den Vordergrund stelle, kommen wir aus dem Takt. Das Vier-Ohren-Modell sagt im übrigen auch, dass Männer und Frauen gar nie nicht die gleiche Sprache sprechen… aber das ist ein anderes Thema. 

Ein Beispiel vom Lausbuben und mir? Ich habe mich in den letzten Wochen oft mit Job-Fragen beschäftigt, habe als Konsequenz davon oft im „wir müssen jetzt aber“ und im „ich will jetzt“- Ton gesprochen. Ich war also zum einen nicht bei der Sache und habe dann zusätzlich Druck aufgebaut. Muss ich erwähnen, dass das mit einem 3jährigen keine gute Idee ist? Ein Erwachsener wäre einfach nur genervt. Kinder reagieren mit Unverständnis, Unsicherheit und Frust. 

Die Krankheit des Lausbuben (willkommen Herbst) hat uns irgendwie wieder geerdet. Ich habe mich wieder auf ihn konzentriert, meine Ebenen wieder sortiert und überlege viel eher, wie ich etwas sage (zumindest dann, wenn ich etwas erreichen will). Seit dem werden die Trotzanfälle nicht weniger, aber ich kann sie besser handhaben und die Gründe, warum der Lausbub tobt, sind in meinen Augen nicht mehr so banal. 

Das tat uns gut! Und was soll ich sagen, ich merke, dass auch der Lausbub anders sendet und hört. Bisher: Hörte er nur meinen Appell „Bitte zieh dich an“ und kann diesen nicht einordnen, reagiert er sehr stark mit Beziehungsebene „Du bist gemein“. Oft konnte er mir gar nicht sagen, was ich vorher zu ihm gesagt hatte. Meist war ich auch zu schnell mit meinen Ansagen, so dass ein „ich weiß aber nicht, muss nachdenken“ auf Aufforderungen kam. Und zwar nicht aus böser Absicht bzw Verzögerung, sondern weil er wirklich überlegen musste, was ich von ihm will, ob er das auch will und wie er das erfüllen kann.

Für mich ist es wichtig ab und an über mich und meine Art der Kommunikation nachzudenken. Es hat uns gestern einen so netten Tag beschert mit „Mama, der Tag war so söööööön“-Gute-Nacht-Kuss. Was will man als Mama von einem kranken Trotz-Kind mehr? 🙂 Ich bin mir natürlich auch bewusst, dass auch Fakten wie „Das Kind ist auch krank und daher mit sich nicht im reinen“ und „Der Lausbub entwickelt sich gerade wieder“ ebenso eine Rolle spielen wie „Wo is Papa, Mama?“. Aber wir kommen eben besser klar, wenn ich seine Ebenen auch wahrnehme und selbst klarer sende!

Wie sieht es bei Ihnen aus, wissen Sie wie Sie kommunizieren?

Nächstes Mal beziehe ich das mal auf meinen Job – das ist mindestens genauso spannend 🙂

 

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