Last Just for me Moments KW52 2014

JFMM KW52 2014
Abends mal ein Bier beim Stricken oder Fernsehen hilft! So wie diese Woche!

Pia sammelt auf Mamamiez.de Beiträge zum Thema Just for me Moments (ab nächstem Jahr „Happy Moments“). Momente, in denen es um uns geht, in denen wir Kraft tanken können. Bisher habe ich immer mitgemacht und quasi meine Woche beleuchtet hinsichtlich meiner eigenen Momente. Heute möchte ich noch auf etwas Methodisches eingehen und meine Momente in Kategorien einsortieren, die erfahrungsgemäß Kraft geben, so dass man ein Repertoire an Momenten hat, aus denen man schöpfen kann. Interessiert?

Wie ich im Weihnachtspost schon schrieb, war Weihnachten und auch die Zeit drumherum für mich einfach total entspannt. Obwohl ich überall von „oh man, so viel Stress“ und „meine Familie nervt“ las, habe ich mich nicht erschüttern lassen. So konnte ich den Lausbuben trotz Aufregung gut lenken und selbst noch ruhig bleiben.

Wie habe ich das gemacht? Ich möchte anderen gern ein paar Tipps geben!

1. Mein größter Tipp ist einfach: Geht aus der Situation raus!
Wenn alles nervt, alles stresst, dass Kind vor Neugier schier platzen möchte – geht weg! Verlasst das Zimmer oder bittet (wichtig) das Kind in sein Zimmer zu gehen. Es hilft nicht, wenn man dann darauf besteht, dass das, was man gerade macht, auch zu ende gemacht wird! Es führt nur zu Frust! Ich gehe sehr oft auf meinen Balkon oder schicke den Lausbuben in sein Zimmer. Ich erkläre aber immer, dass wir beide eine Pause brauchen, um Luft zu holen. Wer kann, sollte sogar spazieren gehen (geht ja allein nicht).
Diese kleine Technik funktioniert auch bei Verwandten und auch wenn man zu Besuch ist! Man muss nicht einfach jedes Gespräch zu ende führen. Wir gehen dann als Familie immer gern spazieren oder fangen eine wilde Kissenschlacht an! Das regt alle Gemüter wieder ab.

Beispiel aus meiner Woche:
Der Lausbub war am Tag von Weihnachten sooo aufgeregt. Am Morgen konnte ich noch unsere Aufregung durch ein jeweiliges Bad mildern (wie ich schon mal berichtete, funktioniert das mittlerweile super!). Ich darf allein baden und sofern der Lausbub will, er auch!
JFMM KW52 2014Als der Lausbub dann Nachmittags dann wie wild durch die Wohnung rannte und boxen wollte, reagierten wir beide fast über. Ich nahm mir Schal und meinen Kaffee und ging auf den Balkon. Den Lausbuben fragte ich nach einem Gegenstand in seinem Zimmer, welches er ja mitnehmen könnte, wenn wir bei den Großeltern schlafen. So ging er suchen und ich stand an der Luft. Beiden ging es dann besser!

Manchmal hilft auch ein Stück Kuchen in der Bäckerei zu holen. Wie hier am Dienstag vor Weihnachten. Yummi! Dann sind beide an der frischen Luft und man ist abgelenkt!

2. Tipp: Die Macht der Kopf-Bilder!
Kinder sind aufgeregt und wollen dann selten schlafen, werden motzig, zickig oder was auch immer.
Oftmals steckt mich diese Aufregung an. Lausbub und ich sind empathisch und wird der eine nervös ist es der andere auch. Mein Trick: Ich stelle mir dann selbst ruhige Momente vor. Denn wenn ich selbst dann noch an etwas denke, was mich aufregt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis einer von uns weint oder schreit. Sie können raten wer was macht 😉

Beispiel aus meiner Woche:
Gerade wenn ich ihn Abends ins Bett bringen möchte, wird es schwer. Wie gestern als der Lausbub vom Papa Wochenende wieder kam und dann Abends sehr aufgeregt war. Ich selbst war mit meinen Gedanken auch nicht sehr ruhig sondern regte mich innerlich über etwas auf. Äußerlich unterhielt ich mich aber mit dem Lausbub, war aber nicht ganz bei der Sache. Das führte dazu, dass wir beide sekündlich nervöser wurden, von Schlaf keine Spur. Ich holte tief Luft und verdrängte meine Gedanken, statt dessen beschwor ich ruhige Bilder von schlafendem Lausbub herauf und versuchte ruhiger zu werden. Immer wenn meine Gedanken abdriften wollten, stellte ich mir neue Bilder vor. Das halft und der Lausbub schlief (wirklich!) innerhalb 8 Minuten ein.
Das ist kein Moment just for me, aber irgendwie auch doch. Denn ich habe es geschafft, mir und dem Lausbuben den Schlaf zu erleichtern, ohne dass wir irgendwie Streit hatten. Es fühlte sich toll an!
Außerdem benutze ich diese Methode auch, wenn mich Stress oder schlechte Gedanken überwältigen. Es ist wie autogenes Training für den Kopf.

3. Tipp: Tun, wozu man Lust hat!
Der Lausbub fuhr am 2ten Weihnachtstag bis gestern zum Papa und dessen Großeltern. Ich hatte Kinderfrei! Und ich habe nur getan, wozu ich Lust hatte. Das füllt die Energiereserven wieder auf!

JFMM KW52 2014Beispiel aus meiner Woche:
Vorgestern (Lusbub war schon weg) legte ich mich allein in der Wohnung in die Wanne (ja, ich gebe zu, ich bade gern und viel). Zusammen mit einem guten Podcast (Link gibt es unten, aus Gründen) vom Laptop. Mal nehme ich ein Buch mit, mal lasse ich mir was vorspielen, oder ich lese Blogs. Irgendetwas, was entspannt.
Gestern war ich so müde (ich war am Abend vorher bei Frau Nachbarin mit Freunden eingeladen – auch etwas zu dem ich Lust hatte. Sonst hätte ich es abgesagt, dafür ist mir meine Zeit nämlich mittlerweile zu kostbar) und hatte dementsprechend keine Lust auf irgendetwas (es wurde auch seeeehr spät). Also blieb ich einen Tag auf der Couch. Ich ging zwar eine Runde spazieren und machte mir ein Essen. Aber ich blieb in meinem Wohnzimmer – und es war herrlich! Heute fühle ich mich erholt und energiereich. Das tat gut!

4. Tipp: Rituale!
Bei uns hilft es, wenn wir Rituale einführen. Ich nenne es gern Ritual und nicht Regel, weil dieses Wort auch schon bei Kindern negative Auswirkungen hat. Die baue ich im Alltag ein und dann freuen wir uns beide, wenn es klappt. Zum Beispiel wenn ich baden gehe, wie oben erwähnt, darf der Lausbub nur in Notfällen stören (die Tür steht dennoch offen und wir hören uns ganz gut, weil sein Zimmer neben dem Bad liegt). So habe ich meinen Just for me Moment, obwohl er in der Wohnung spielt.
Abends, wenn der Lausbub schläft, sehe ich total gern Fernsehen oder aber ich stricke dabei oder zeichne (doodle, skatches, sketchnotes). Etwas Kreatives mit den Händen tun, beruhigt und lenkt die Gedanken ab.

JFMM KW52 2014Beispiel aus meiner Woche:
Der Lausbub darf Abends Fernsehen schauen (Sandmann etc.) und Mama macht sich meist die Nägel wieder hübsch. Er darf gucken, ist dabei aber nicht allein, und ich kann meinen Gedanken während des Lackierens auf Reisen schicken. So haben wir das die Tage auch immer mal gemacht 🙂 Und ich nehme meinen nächsten Tipp schon vorweg: Ich fühle mich dann auch schön, was sehr wichtig ist, wenn man Mutter (alleinerziehend) ist.

5. Tipp: Zeit mit NETTEN Menschen verbringen und sich als Frau fühlen!
Seit ich alleine bin, achte ich sehr darauf, mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun! Mich zu verabreden, wenn ich ohne den Lausbub bin, macht mir Spaß! Das gehört ein wenig zu dem Tipp „tun wozu man Lust hat“. Pflicht-Veranstaltungen sind mir ein Graus. Dann gehe ich lieber mit netten Menschen etwas trinken: Ich putze mich dann auch raus, ziehe mich gut an und schminke mich. So garantiere ich mir selbst, dass ich mich weiterhin auch als Frau fühle und nicht nur als Mutter.
Das versuche ich übrigens ebenfalls im Alltag umzusetzen: Wir unternehmen genauso oft etwas, wie wir auch einfach mal zu hause spielen. Verabredungen können „nur spielen“ sein oder auch ein „Ausflug“, aber es wird immer etwas Besonderes daraus, wenn man es mit Freunden unternimmt!

Beispiel aus meiner Woche:
Wie oben berichtet, verbrachte ich einen Abend mit Frau Nachbarin und Freundinnen. Es war lustig und es machte Spaß und ich hatte mich bewusst dafür entschieden. Ebenso wie ich mich Weihnachten dafür entschied, mit meinen Eltern zu feiern und ich das auch vollen Herzens genießen konnte!

 

JFMM KW52 2014Auf die Idee, meine Energie-Just-for-me-Moments mal in Kategorien zu sortieren, kam ich, als ich den Podcast von Starkundalleinerziehend (Dr. Alexandra Widmer) gehört hatte. Denn hier gibt es ein tolles Interview mit Frau Weyland, die über ihr Leben als arbeitende Alleinerziehende berichtet. Alexandra von Starkundalleinerziehend fragt ihre Interviewpartner immer nach deren Tipps, die Energiereserven wieder aufzufüllen. So dachte ich, ich könnte mal überlegen zu welchen Strategien meine Just for me Moments eigentlich gehören.

Ich hoffe einfach, dass auch andere wieder die kleinen wichtigen Energie-Momenten in ihrem Alltag wiedererkennen! Zu oft übersehen wir sie nämlich!