Lausbub wird 3!

In Mama-Blogs liest man häufig Geburtsberichte und die darauffolgenden Geburtstagsberichte. Ich gebe zu, lesen tue ich das auch. Aber selbst schreiben? Was ich aber mag sind Briefe an meinen Sohn. Diese schreibe ich seit seiner Geburt in diverse Bücher und bin jedes mal aufs neue gespannt, was er in 20 Jahren dazu sagen wird (Mamaaaa, das ist sooo peinlich)! Heute allerdings bin ich so sentimental, weil der Lausbub morgen (also eigentlich gleich) 3 Jahre alt wird, dass ich anlässlich einen kleinen Brief schreiben möchte. Wenn Sie mögen, begleiten Sie uns einen Moment. 

„Mein lieber kleiner, großer Lausbub,

Ja ich, ich schreibe Dir einen Brief. So sentimental bin ich sonst nicht, ich weiß. Aber 3 Jahre. Ich meine 3 Jahre! Wo ist die Zeit nur hin? Das sagt jeder, aber es stimmt, die letzten 3 Jahre sind verflogen wie die Gänse in den Süden fliegen: Überraschend schnell, obwohl man damit rechen muss. 

Ich erspare Dir, mir und denen, die es Lesen, auf den Tag Deiner Geburt einzugehen. Wir, die es betrifft, wissen, wie anstrengend es war und wie unschön unser Start in ein gemeinsames Leben war. Ich wünsche mir oft, dass es anders hätte laufen sollen – ist es aber nicht. Also machen wir das Beste daraus, oder? Darüber weinen hilft ja nicht 🙂

Den folgenden Jahren hat man zwar den Fehlstart immer mal wieder angemerkt, immer dann, wenn Du und wir überfordert waren, aber wenn ich heute zurückblicke, sehe ich auch so viel Gutes. Wie wir im Büro einen Teil deiner ersten Lebensjahre verbracht haben und dabei so innig kuscheln konnten, egal wo wir uns befanden. Du hast dort krabbeln und Brei essen gelernt. Später dann kamst Du zur Tagesmutter und der Abschied ist mir so viel schwerer gefallen als ich es mir damals und heute zugestehen würde. Unabhängig von der Tatsache, dass ich es so nicht nochmal machen würde, tat Dir aber der Umgang mit anderen Kindern und Menschen sehr gut! Du hast dort viel gelernt, was das soziale angeht. 

Dann kamst Du nach einer langen Kiga-Anmelden-Odyssee endlich auch in einen Kindergarten – in unseren Traum-Kindergarten, wie sich herausstellte.  Du (und auch ich) haben dort so viele Freunde, Herz-Erzieher gefunden, dass es mir manchmal sehr schwindelt. Deine sozialen Fähigkeiten und Dein Spaß etwas im Rahmen von „ohne Mama“ zu unternehmen, ist dort enorm gestiegen. Es ist jetzt nicht mehr gezwungen sondern freiwillig. Ein riesen Unterschied, wie ich heute weiß. Daher fällt es Dir auch so leicht, Dich dort so frei zu entfalten. Und das tust Du ausgiebig. Auch mit Deinen Freunden hast Du eine Mega Entwicklung gemacht.:Habt ihr vor einem Jahr noch gehauen und gebissen, so diskutiert ihr jedes Problem nun sachlich aus. Und auch wenn es mal „nicht mehr mein Freund“ heißt, so könnt ihr drei auch nicht ohne einander. Das ist so schön zu sehen! Vielleicht Freunde fürs Leben? Wer weiß das schon.

Und auch wenn der Papa nun eine eigene Wohnung hat und wir umgezogen sind, so hast Du Deine Lebenslust, Deinen Abenteuerdrang und vor allem Deinen Wissensdurst nicht verloren. Im Gegenteil! Mit Deinen 3 Jahren kannst Du so viel Reden wie sonst kaum ein Kind, dass ich kenne. Wenn wir alleine sind, sendest Du permanent. Immer, den ganzen Tag – und wehe Du bekommst kein Feedback, dann ist aber was los. Ich hatte das schon geahnt, als Du als großes Baby immer schon Schreianfälle bekamst, wenn Dich keiner verstanden hat. 

Du bist genauso mutig wie ängstlich. Alles was stillsteht, bekletterst Du wie ein Äffchen. So ist Dein Hochbett (was ich nun doch jetzt schon aufgebaut habe, weil Du eben so kletterst) Dein ein und alles. Andere Mütter können gar nicht hinsehen. Ich lache meist nur noch, wenn Du irgendwo irgendwie dranhängst. Beim Turnen sind Höhen kein Problem für Dich. Sobald aber etwas wackelt, macht es Dir Angst. 

Alles in allem beschreibe ich hier ja nur Beobachtungen. Die Geschichten dazu sind alle in meinem Kopf und werde ich Dir bei Zeiten alle mal erzählen und mit den Briefen überreichen : ) Darauf freue ich mich! Was mich aber wirklich jetzt so sentimental macht, ist die Tatsache, wie sehr wir beide uns gefunden haben! Lange habe ich damit gerungen, wie das alles so läuft (ja, das ist eine Beichte, denn viele Mütter trauen sich das nicht zu sagen), aber mit jedem Tag, den wir beide Zeit haben, wächst unser Verständnis füreinander und die Liebe miteinander – und darum freue ich mich so sehr auf Deinen morgigen Geburtstag!

Ich drücke Dich fest und wünsche Dir, dass Du Deinen Wissensdurst und Deine Freunde immer im Blick behältst; dass Du immer weißt, dass Du einen Platz in unserer Familie hast und Deine Cousinen Dich alle lieben; dass Du Deinen Dickschädel und Deine Fähigkeit zur Analyse nicht aufgibst – und ich wünsche mir, dass wir beide noch viele tolle Tage und eine unendliche liebevolle Zeit haben werden!

In Liebe,
Deine Mama.“ 

4 Kommentare


  1. //

    Hallo Miranda,

    vielen lieben Dank für das Kompliment!

    Eine schöne Woche!


  2. //

    Hallo Petra,
    das ist ein wunderschöner Brief und eine tolle Idee! Danke!
    Viele Grüsse miranda


  3. //

    Liebe Geli,

    vielen lieben Dank für die netten Worte! Ich freue mich sehr, dass jemand sich für diese Worte begeistern kann – das rührt mich dann wieder!
    Der Geburtstag war sehr schön, wenn auch anstrengend!
    Freitag gibts noch einen Kindergeburtstag bzw. Spielenachmittag mit den besten Kiga Freunden – und dann ist er wirklich schon 3! oO

    Einen lieben Gruß
    Petra


  4. //

    Wow! Ganz toll geschrieben!
    Dein Sohn wird dir dafür einmal sehr dankbar sein.
    Das ist so rührend, mir kamen die Tränchen.

    Ich wünsche euch eine wunderbare Geburtstagfeier!

    Viele liebe Grüße, Geli

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