Rezension „Amandas unsichtbarer Freund“

Ich komme wenig zum Lesen, aber wenn, dann suche ich mir momentan gerne Geschichten für Jugendliche aus. Warum? Keine Ahnung. Der ewige Traum vom jungen Leben und die Sehnsucht nach Abenteuern?

Vielleicht. Dieses Buch hier allerdings hatte ich erst als „OH, schau mal, das Mädchen hat einen unsichtbaren Freund“-Buch für meinen 5Jährigen ausgesucht. Gut, dass ich es erst alleine gelesen habe. Warum? Das lest ihr hier.

amandas_unsichtbarer-freundWelches Buch?

„Amandas unsichtbarer Freund“ stammt aus dem englischen von A.F. Harrold, einem sehr liebenswerten Autor, der ein wenig an H. Rowohlt erinnert. Im original heißt es „The Imaginary“. Die Illustrationen stammen von Emily Gravett. Sie sind sehr liebevoll, wenn auch sehr… harmlos. Das ist Fantasie vielleicht auch, aber ich greife vorweg. Es sind 273 Seiten leicht beschrieben.

Worum geht es?

Es geht um Amanda. Sie kann Rudger sehen. Sie und sonst niemand. Ihre Schulfreunden wir die Fantasie förmlich aberzogen und so gilt sie als wunderliches Mädchen, was eben einen unsichtbaren Freund hat. Doch dann taucht ein Unbekannter, Mr. Bunting, auf und es ist ein bisschen so wie in Momo. Statt der Zeit klaut er aber die unsichtbaren Freunde der Kinder. So schafft er es, seine längst vergessene unsichtbare Freundin „am Leben“ zu halten. Rudger muss für Amandas Mutter sichtbar werden, um Amanda bzw. ihm selbst das Leben zu retten. 

Es geht also um die Fantasie von Kindern. Darum, dass auch unsichtbare Freunde, Freunde sind und uns aus den schlimmsten Gefahren herausholen können. Und es geht darum, wie wichtig Fantasie ist und wie wichtig es ist, dass Kinder sich und ihre Träume ausleben können. 

Wie ist das Buch aufgebaut?

amandas_unsichtbarer-freund_handDas Buch zieren diese wirklich fantasievollen Illustrationen und es beginnt mit einer etwas… düsteren Einleitung. 
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Rudger geschildert (es gibt auch noch einen Erzähler). Er ist aber der unsichtbare Freund. Und so unkomplex ist auch seine Denke. Er ist nun mal „nur“ das Abbild von Amandas Fantasie. Dafür allerdings ist er schon sehr scharfsinnig. Genau die richtige Mischung, würde ich sagen. Die Sprache ist somit sehr verständlich und für Grundschulkinder gut geeignet. 
Außerdem erfährt man so eine Menge Dinge, die in der unsichtbaren Welt passieren. Ein gekonnter Schachzug, um die Geschichte von Mr. Bunting wirklich Dramatik zu verleihen. Denn auch andere unsichtbare Wesen (mit teils skurrilem Charakter, es liest sich wie eine Disney / Märchen Aufstellung) können Rudger nicht helfen – bis auf einen, aber das lest selbst!

Wie finde ich das Buch?

Nun, ich hatte das Buch irgendwie blindlinks bestellt. Ohne auf die Kaufempfehlung zu achten. Ein fataler Fehler, denn dieses Buch ist definitiv gleichzusetzen mit der Unendlichen Geschichte oder eben Momo. Charaktere verblassen, Mr. Bunting isst die unsichtbaren Freunde und jagt Amanda und Rudger. Das alles ist recht gruselig und kann schon Angst machen.

ABER ich habe es ja gelesen und ich werde es aufbewahren. Es zeigt nämlich genau den Punkt in unserem Leben, als wir als Kinder die Fantasie plötzlich begreifen. Den Moment, in dem wir die Unsichtbaren nicht mehr sehen, aber sie noch brauchen. Dann, wenn wir die Fantasie langsam vergessen. Eine schöne Erinnerung an diese Zeit und für Kinder sicher hinsichtlich der Freundschaft zwischen Amanda und Rudger sogar doppelt lehrreich. Andere Blogger legen auf das Thema Freundschaft übrigens ihren Fokus. Sehe ich gar nicht so… Nun, das ist wohl dieses subjektiv.

Die unendliche Geschichte hat mich mehr gefesselt und ist wesentlich komplexer als dieses Werk. Es strahlt kein Feuerwerk aus! Was schade ist, denn die Idee ist gut und Rudger als unser „Held“ ansprechend – aber ausbaufähig. Darum gibt es von mir 4 von 5 möglichen Büchernpunkten.

 

Wer es gern kaufen möchte, dem empfehle ich aber das Hardcover Buch – man muss die Zeichnungen sehen und das Papier rascheln hören: