Was kostet beim Online Shop Geld?

mikesween Pixabay.com
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In ein oder x Wochen (Sie werden gleich sehen warum so ungenau) werde ich im Nebenprojekt meinen Online Shop wieder eröffnen und freue mich wie Bolle darauf. Es wird um Tierfutter gehen. So viel sei schon mal gesagt. Und weil es gerade ziemlich aktuell ist, dachte ich, ich berichte mal, was an einem Online Shop Geld 🙂

Und vorab: KEIN gesponsorter Post! Die Namen sind meine Empfehlung.

Zunächst mal: Es kostet Zeit! Wahnsinnig viel Zeit – und Nerven. Ja! Nerven kostet es auch. Aber jetzt dann auch zu den interessanten Teilen. Wie gehe ich vor, wenn ich einen Online Shop haben möchte und was kostet das? Und: Wie habe ich das gemacht?

1. Schritt – Produkte

Wer sich einen Online Shop aufbauen will, der sollte sich im Vorfeld stark über die Produkte informieren. Hier gilt es über eine Produktpalette nachzudenken, die sowohl rentabel als auch realistisch ist. Dazu vielleicht später noch mal mehr.

Bei mir war das jetzt nun einfach: Ich habe Katzen. Den Shop habe ich beruflich schon mal geführt. Ich mag die Produkte (nein, ich esse kein Katzenfutter 😉 ) und ich kenne mich damit etwas aus. Ich kann also guten Gewissens sagen, ich kann in diese Produkte Herzblut stecken.

Bitte überlegen, ob die Produkte ins eigene Lager kommen oder per Drop-Shipping versendet werden. Und wie viel Budget man dann für den ersten Einkauf hat. Mehr siehe Schritt 3.

2. Schritt – Shop-Design

Nachdem schon vor langer Zeit die Produkte feststanden, haben wir damals ein Logo und ein Design erstellen lassen. Ich kann nur sagen: Beides kostet Geld ! wenn es gut werden soll.
Das Logo war ein Glückstreffer und eher ein Zufallsprodukt einer Design-Seite. Daher hält sich das Logo im oberen 3-stelligen Betrag. 
Was den Shop an sich angeht: Lassen Sie sich kein 08/15-Design aufschwatzen. Sie werden damit nicht glücklich! Das hat weitere Gründe, die ich gern auf Anfrage erklären kann – hier aber zu weit führt.
Unseres hätte, wenn wir nicht viel selbst gemacht hätten, einen seeehr guten 4-stelligen Betrag gekostet. Selber machen heißt aber: Mein Ex-Partner ist „Programmierer“ und zwar auch speziell für Shopsysteme!
Sorry, wenn ich für diesen Punkt keinen Preis nenne! Ich habe den Shop letztlich übernommen und darum auch Schweigepflicht über diesen Punkt. Beim Rest bin ich offener!

3. Schritt – (Waren-) Bestand

Wir wollten damals kein Drop-Shipping. Geht natürlich auch, wollten wir aber nicht. Das heißt aber auch, es braucht ein Lager, welches außerdem bestückt werden muss.

Für Katzenfutter tat es anfänglich ein kleiner Keller mit Packtisch und Lager-Regalen. Dennoch: Kriterium fürs Lager stand in sofern fest, dass es eine Möglichkeit geben muss, an der Ware geliefert und abgeholt werden kann. Katzenfutter tragen Sie nicht mal eben so selbst durch die Gegend 😀 Daher brauchten wir Schwerlastregale und eine kleine Ameise / Hubwagen.
Monatliche Miete sollte man übrigens einplanen.

Der Packtisch ist so eine Sache für sich, da gibt es die größten Unterschiede. Anfangs tut es eine einfache Ausführung. Bastelt man sich etwas selbst, kommt man wie wir, günstig weg. Alle anderen Varianten zahlt man auch schon mal bis zu 800,- Euro.

Im Lager sollte auch, wenn das Büro nicht direkt daneben liegt, mit Strom und Internet (für den PC und drucken der Labels) versorgt werden. Je nach Ware brauchen Sie auch Heizung und / oder Klimaanlage

Die Erstausstattung hat uns sicher gute 3.000,- Euro gekostet. Wenn nicht mehr. Je nach Ware ist das aber natürlich wenig bis viel.

4. Schritt – Anmeldungen Shop etc.

Wenn dann der Rahmen steht, muss der Shop ja noch ausgestattet werden. Ja, mit Ware, aber auch mit anderen Dingen. Hier meine Short-List, der nötigsten Dinge, die ich haben wollte:

  • Hosting und SSL Zertifikat
  • Zahlungsanbieter, mit dem ich diverse Zahlungsmöglichkeiten abdecken kann und eine gewisse Sicherheit habe: Transaktionskosten und Einrichtung und monatliche Gebühr
  • Versanddienstleister, hier gibt es gute Konsolidierer, so dass man nicht bei DHL die vollen Preise zahlen muss: Paketpreise
  • Trusted Shops Siegel, welches meinen Shop auf Rechtssicherheit prüft und auszeichnet: Einrichtung und monatliche Gebühr
  • Ein gutes Shopsystem, meines kostet zwar im Grunde nichts (Shopware), aber einige der Module, die man gerne hätte / haben sollte, schon: Modulpreis
  • Newsletteranbieter, mit dem ich meinen Kunden gern Newsletter schicken möchte: Preis pro Nutzung
  • Warenwirtschaft, wenn ich diverse Marktplätze auch anlaufen möchte (das kommt aber noch): Einrichtung und monatliche Gebühr

Listen Sie sich vorher (!) unbedingt auf, was Ihre Waren, Design und diese netten, nützlichen Dinge kosten. Sonst fällt man hinterher einfach um.

5. Schritt – Anmelden Finanzamt

Ach ja, meinen liebsten Schritt habe ich vergessen: Gewerbe- und Finanzamt. Yeah! Die Gewerbeanmeldung kostet nicht viel (in Wuppertal 20,- Euro). Muss aber sein, weil Handeln mit Ware eine Steuernummer braucht. Die im übrigen ortsabhängig ewig braucht. Wie bei mir.

Ich möchte jeden morgen schreien, wenn ich immer noch keine Post mit Steuernummer im Briefkasten finde 🙁 (also lieber Beamter, wenn Du das liest, mach hinne!!)

 

Fazit: Ein Online Shop kann schon mal bis zu 10.000 Euro kosten, ehe er irgendetwas abwirft! Das sollte gut überlegt sein!