Die Zwischenmenschliche Beziehung

Vor einigen Tagen schrieb ich in den Netzwerken, dass ich auf der Suche nach Gastautoren bin. Und promt fragte mich eine Frau – nennen wir sie absofort Karla K. – ob ich das ernst meine. Ja klar, das meine ich! Denn wenn ich etwas sage, dann bin ich der Typ Mensch: Ich meine es genau so (wie es hoffentlich in meinem Sinne ankommt). Einen Hauch später sendete Karla mir ihre Gedanken und ich bin bis jetzt berührt, dass sie offen über ihr aktuelles Herzthema geschrieben hat, dass ich euch den Text direkt zeigen möchte. Fett markierte Passagen sind mein „Yeah! Sehe ich auch so!“ 😉
Karla schreibt über die zwischenmenschliche Beziehung (ein Wort, welches sie nicht mag) und wie sie diese empfindet. Wunderbar, oder? Genau mein Thema! Also freut euch mit mir, denn hier kommt Karla:

 

Ich habe zunächst eine Frage. Zu wem habt ihr eine Beziehung?

Meine „Beziehung“ auf der Ebene einer Partnerschaft ist beendet. Geblieben sind mir die Kinder und ein Haufen Probleme. Und dennoch bin ich nicht gern allein. Kommunikation ist für Frauen etwas Wunderbares und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen sind ein Muss um am Leben teilhaben zu können.

Da gab es einen Mann, der mich so verzaubert hat und der mich in seinen Bann gezogen hat. Eine zwischenmenschliche Beziehung gab es trotzdem nicht. Andere meinen, dass er Schuld sei an meiner jetzigen Situation und wieder andere sagen, was beschäftige ich mich anschließend noch mit ihm, wo doch angeblich nie was war. Es war wirklich nichts. Wir haben uns geschrieben, nächtelang, stundenlang, tagelang und ja es ging einige Monate so. Ergebnis war. Er hat gelogen. Naja typisch Mann könnte man meinen. Nein, da steckt leider etwas mehr Drama dahinter. Dies verarbeite ich nun in einem Buch und hoffe darauf, dass ich diese Geschichte somit abschließen kann. Aber das Thema hier ist die zwischenmenschliche Beziehung, die ich mit ihm ja nicht hatte oder irgendwie doch, auf jeden Fall anders.

[Zwischenmenschliche Beziehung] Für mich ein Wort, dass ich so gar nicht mag. Als würde man zwischen zwei Stühlen stehen und hat auf keinen der Stühle Lust zu sitzen. Mir wäre die Bank lieber. Das Sofa oder von mir aus auch eine Picknickdecke. Direkter, frontaler Kontakt. Sag mir was du über mich denkst und ich sage dir was ich über dich denke! Sag mir wie deine politischen Ansichten sind und ich vertraue dir meine an. Sag mir was du von meinem Lebensstil hältst und ich sage dir was ich von deinem halte. Zwischenmenschlich reden wir doch eigentlich nur um den heißen Brei.

Das einzige worüber wir reden um von uns selbst abzulenken, wir reden über andere.
Deren Ansichten, deren Handlungen, deren Kleidung, Aussehen und und und. Es fällt uns schwer uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Dabei wäre es so einfach. Es gibt Tage da ist man Scheiße drauf. Warum sagt man es nicht einfach. Es gibt Tage da mag man die Welt umarmen und keinen interessiert es. Sind wir zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt?

Eine Beziehung die zwischen zwei Menschen stattfindet, fängt damit an ehrlich zueinander zu sein.

Eine Beziehung, sei sie noch so flüchtig, sollte frontal sein. Warum sollte man sich mit lieben, netten Umschreibungen befassen, wenn drei, vier klare Sätze einen auch ans Ziel bringen.

O.K. warum schreibe ich das hier? Es gibt da einen Mann. Er ist nett, wohnt weit weg und ist für mich der Mann, dem ich hätte vor Jahren schon begegnen sollen. Hab ich eine Beziehung mit ihm? Anfangs habe ich das mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Wie Frauen eben so sind. Sie denken an die Liebe, an das perfekte Glück, was doch wohl da draußen auf sie wartet. Es ist so viel mehr.

Er hat es mir vor einigen Tagen so treffend gesagt. Wir haben eine Beziehung und zwar eine menschliche. Wir begegnen uns auf Augenhöhe, gehen respektvoll miteinander um und können uns klar zu jedem Thema positionieren ohne dass man herablassende Kritik erfährt. Und dann ist da noch das kleine Thema am Rande. Er mag mich, genauso wie ich ihn mag. Es gibt Tage an denen er mich das wissen lässt aber eben nicht jeden Tag und auch dazu hat er eine klare Meinung. Man muss nicht jeden Tag das Besondere an dem anderen bestätigen, man muss nicht jeden Tag loben oder bewundern. Es genügt ehrlich zu sein und Interesse an seinem Gegenüber zu haben und wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann findet man immer die richtigen Worte, die den anderen spüren lassen, dass er etwas Besonderes ist.

Beziehung fängt mit Respekt und Freundlichkeit an
Die Beziehung unter Kindern ist uns in so vielem voraus: Sie respektieren andere Bedingungslos und sind von Grund auf freundlich zueinander – und dann kommen wir…

Es ist ein Beispiel von vielen. Kommunikation fängt immer mit ehrlichen Worten an, zumindest sollte es so sein. Alles andere ist Zeitverschwendung. Jetzt gibt es sicher einige, die der Meinung sind, dass auch der Smalltalk zu den zwischenmenschlichen Beziehungen gehört und der oft eher darauf abzielt kurz und knapp über unbedeutende Sachen zu sprechen.
Was hat der mit Vertrauen oder Ehrlichkeit zu tun? Warum unterhalte ich mich denn überhaupt mit einer Person? Welchen Nutzen habe ich davon? Ganz ehrlich. Ich bin von Haus aus freundlich.

Mein Nutzen ist es, Menschen, die ich vielleicht gar nicht kenne, den Eindruck zu vermitteln, dass das was sie tun, was Ihnen der Tag noch bringen mag, etwas Besonderes ist.

Ich kann gegenüber einer Person auch schweigen. Warum? Diplomatie. Redet jemand unentwegt auf mich ein und ich meine, dass all das Gesagte bei mir nicht ankommt, dann muss ich nicht respektlos sein. Ein „Mmm“ genügt und ich habe niemanden vor den Kopf gestoßen. In dem Fall handelt es sich um Personen, die ich nicht mag oder nicht sonderlich gut kenne. Diskussionen würden meine Zeit verschwenden. Aber bitte nicht immer gleich bei einem „Mmm“ so denken. Das wäre jetzt nicht Ziel dieses Textes. Es ist meine Art der Diplomatie.

Die Beziehung zwischen zwei Menschen, ob aus Liebe, aus Notwendigkeit, aus Freundschaft oder aus familiären Situationen sollte auf der Basis von Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit bestehen, denn nur so funktioniert es.

Alle anderen Beziehungen duldet man, versucht man zu überleben, zu akzeptieren oder schlichtweg zu meiden. Die gibt es ja schließlich auch. Über die redet man dann mit anderen…kleiner Scherz.

In diesem Sinne, denkt über eure Beziehungen nach.

 

 

Danke Karla für diesen tollen Text, der auf den Punkt bringt: Respekt ist das A und O und absofort sehe ich bei „zwischenmenschlich“ immer zwei Stühle 😉 Über Sender und Empfenger und respektvolle Kommunikation am konkreten Beispiel Kind schrieb ich übrigens hier schon mal!

Bildquelle:
Titelbild – Pixabay.com
Beitragsbild – Pixabay.com

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